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11. Mai 2026

Faszination (Ultra-)Marathon: Warum tut man sich das an?


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Laufbewerbe auf der ganzen Welt verzeichnen Anmelderekorde. Ultramarathons faszinieren – gut vermarktet – ein weltweites Publikum. Unser Kollege Nico Knappe läuft selbst extreme Distanzen.

Vienna City Marathon 2026: im Ziel und am Ende. (Foto: IMAGO / Yigit Örme)

Vielleicht hast du den Ultramarathon von Arda Saatçi auch im Livestream verfolgt: Der deutsche Extremsportler ist bis Sonntagnacht unserer Zeit 600 Kilometer gelaufen – vom Death Valley aus durch die Wüste, über die berühmte Route 66 nach Los Angeles. Er wollte den Lauf in unter 96 Stunden schaffen und ist am Ende nach etwas über 123 Stunden ins Ziel eingelaufen. Seine Leistung und sein offener Umgang damit, wie es ihm beim Lauf ging und damit, sein Ziel zu verpassen, hat weltweit Menschen fasziniert und motiviert. Dank Red Bull wurde das Ereignis medial auch hervorragend verwertet.

Etwas mehr in der Lauf-Bubble geblieben ist der Ultramarathon-Erfolg der US-Sportlerin Rachel Entrekin. Sie hat in Arizona beim Cocodona 250 auf einer Strecke von fast 408 Kilometern den Streckenrekord für Männer und Frauen aufgestellt – mit beachtlichem Abstand auf den zweitplatzierten Läufer.

Laufen hat überhaupt Hochkonjunktur: Beim Vienna City Marathon hat es seit 2024 jedes Jahr einen neuen Anmeldungsrekord gegeben. Bei den jüngsten Ausgaben der größten Marathons weltweit – New York, London und Paris – haben sich ebenfalls so viele Menschen angemeldet wie noch nie. Dabei gilt es noch die verschiedenen Bewerbe zu unterscheiden, denn die wenigsten laufen die Maximaldistanz. Aber immer mehr Menschen nehmen an Laufveranstaltungen teil.

Wir haben bei uns in der Redaktion einen Ultramarathon-Läufer: Nico Knappe. Mit ihm bespreche ich, was den Reiz von Extrem-Laufdistanzen ausmacht und was man – bei aller Bewunderung für extreme Leistungen – beachten muss.

Redakteur Nico Knappe beim Innsbruck Alpine Trail Festival. Nico fasziniert beim Ultralaufen vor allem das intensive Erleben während des Wettkampfs und das Staunen über das Verschieben der eigenen Grenzen. (Foto: Sportograf.com)

Die drei wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch:

  • Man muss immer im Kopf behalten, dass professionelle Extremsportler und Extremsportlerinnen ein großes Team an ihrer Seite haben, das sie versorgt, während sie Höchstleistungen abliefern. Sie haben außerdem auch die Ressourcen dafür, sich optimal auf die Rennen vorzubereiten.
  • Viele hoffen, dass Arda Saatçi ein positives Vorbild für junge Männer sein könnten – ein Gegenentwurf zu „Manfluencern“, die mit ihren frauenfeindlichen und gewaltvollen Ansichten sowie extremen Vorstellungen über Männlichkeit in den sozialen Medien große Reichweite haben. Denn Saatçi ist offen mit seinem Scheitern und seinen Gefühlen darüber umgegangen. Gleichzeitig hat auch er trotz seiner enormen Leistung davon gesprochen, versagt zu haben, sein Team enttäuscht zu haben, propagiert den Kampf gegen den eigenen Schweinehund und verbreitet die Nachricht: „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.“
  • Immer mehr Frauen trauen sich über längere Distanzen und bringen beachtliche Leistungen. Beim Vienna City Marathon ist der Frauenanteil in der Marathon-Distanz mittlerweile auf 27 Prozent angewachsen und in der Halbmarathon-Distanz auf 47 Prozent.

Ich bin schon gespannt darauf, was Nico sich als nächstes vornimmt. Mir persönlich reicht schon ein Halbmarathon.

Einen schönen Nachmittag wünscht dir

Pia Miller-Aichholz

B-Seite-Team