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Am Platz der Bastille in Paris fließt der Kreisverkehr wie ein Karussell, das ein Loch hat. Es ist ein schöner Platz, um seine Gedanken um offene Fragen kreisen zu lassen. Der Sturm auf das ehemalige Staatsgefängnis am 14. Juli 1789 markierte den Beginn der Französischen Revolution, die Befreiung von der absolutistischen Unterdrückung. Die Bastille wurde schon kurz darauf abgerissen. Geblieben ist ein Ort der Erinnerung mit einem halbrunden Kreisverkehr.
Es ist kein schlechter Platz für den Augenblick vor einem Gespräch, das sich um Befreiung und Unterdrückung, das Entrinnen eines Schicksals und den Kampf gegen Widrigkeiten dreht. Das Gespräch wird in einem kleinen Café im Pariser Viertel Le Marais stattfinden.
Unweit davon lebt Jordan Mechner, wenn er nicht gerade in Montpellier an der Côte d’Azur ist. Der 61-jährige Amerikaner hat den Ort gewählt, weil seine Pariser Wohnung zwar leiser wäre für ein Gespräch, aber irgendwie auch zu klein ist. Und das Café, so erzählt er vorher am Telefon, sei ein schöner und schlichter Ort.
Die Geschichte, die er erzählen wird, ist schon opulent genug.
Und dann sitzt Mechner an dem wackligen kleinen Bistrotisch, bestellt einen Tee und nimmt ein Buch in die Hand. Es ist eine Graphic Novel, in der er seine Familiengeschichte aufgezeichnet hat – im wortwörtlichen Sinne. Jordan Mechner hat schon einmal etwas Bewegendes gezeichnet. Er hat Prince of Persia entwickelt. Das Kultspiel aus dem Jahr 1989 hat die Computerwelt mit seinen realistischen Animationen revolutioniert. Es wurde weltberühmt und ist bis heute populär. Auch weil es immer weiterentwickelt wurde. Und sogar verfilmt als Hollywood-Blockbuster. Was aber fast keiner weiß: Es hat etwas mit Österreich und einer düsteren Vergangenheit zu tun. Was genau, will er jetzt erstmals erzählen.
ScreenshotStartbildschirm des Originalspiels von Prince of Persia in der Version von 1989
ScreenshotStartbildschirm des Originalspiels von Prince of Persia in der Version von 1989
ScreenshotStartbildschirm des Originalspiels von Prince of Persia in der Version von 1989
ScreenshotStartbildschirm des Originalspiels von Prince of Persia in der Version von 1989
Der 61-Jährige ist in New York aufgewachsen und hat lange in Los Angeles gelebt. Aber wer hätte gedacht, dass einer der bekanntesten Spieleentwickler der Welt ein Österreicher ist. Und noch besser: Er hat das bis vor einigen Jahren nicht einmal selbst gewusst. Bis er nach Frankreich kam, um hier mit seinen beiden Kindern ein neues Leben zu beginnen.
Mechner ist ein feiner Mensch, spricht leise, alles andere als aufdringlich. Er wirkt fast ein wenig schüchtern. Nicht wie ein Amerikaner in Paris.
Er legt das Buch behutsam auf den Tisch. Darin hat er die bewegende Geschichte seines jüdischen Vaters und Großvaters erzählt. Beide lebten einst in Wien. Sein Großvater Adolf war ein angesehener Arzt und hat aus einem Schlangengift ein Serum gegen Heuschnupfen entwickelt. Sein Vater Franzi war ein siebenjähriger Bub, der später in Amerika ebenfalls zu einem Erfinder werden sollte. Das Buch über die Flucht der Familie vor der Verfolgung der Juden durch die Nazis erscheint demnächst auf Deutsch im Wiener Vermes-Verlag.

Doch warum wählt man für eine solch bewegende Geschichte einen Comicroman? Mechner überlegt nicht lange. „Als Kind mochte ich das Mad-Magazin und Karikaturen“, sagt er auf Englisch. „Und ich glaube, wenn ich nicht gerade in dem Alter gewesen wäre, als Space Invaders und andere Computerspiele aufkamen, hätte ich wahrscheinlich weiter Comics gezeichnet.“ Dann lacht er kurz auf: „Ich habe dann 40 Jahre lang eine Pause eingelegt, um Videospiele zu entwickeln und Drehbücher zu schreiben.“ Er finde, dass Comics etwas sehr Intimes an sich hätten. Und ergänzt: „Man kann Dinge ausdrücken, die sehr subtil sind. Aber auf eine andere Art und Weise, als man es mit Prosa allein tun würde.“
Erst als Jordan das Buch strukturiert habe, so erzählt er, sei ihm klar geworden, dass seine Familie durch die Kunst gerettet worden war. Ganz wortwörtlich. „Der Onkel meines Vaters suchte 1938 in Wien, wie viele jüdische Familien, nach einem Weg, um zu fliehen. Josef fand in seinem Keller zwei Aquarelle, die mit ,Adolf Hitler‘ signiert waren.“ Joschi, so der Spitzname des Bruders seines Großvaters, hatte diese Aquarelle als junger Jus-Student vor dem Ersten Weltkrieg in einem Rahmengeschäft in Wien gekauft.“ Großneffe Jordan sagt: „Er hatte keine Ahnung, dass der Künstler später in die Politik gehen würde.
Hitler wird unbewusst zum Fluchthelfer
Als er diese Gemälde fand, erkannte er, dass sie einen Schatz darstellten, den er gegen Visa eintauschen konnte, um sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen.“ Diese Bilder veränderten die prekäre Lage der Familie auf einen Schlag. „So gelangte Onkel Joschi nach Frankreich. Und von Frankreich aus konnte er meinen Vater und Großvater dorthin holen“, sagt der Spieleentwickler.
Doch es gibt noch mehr unglaubliche Volten des Lebens, die Mechner bei der Suche entdeckt. „Eine weitere ironische Parallele ist, die mir beim Zeichnen auffiel, dass der junge Adolf Hitler genau zur gleichen Zeit in Wien als angehender Künstler tätig war wie die Schwester Elsa meines Großvaters, die aus Czernowitz nach Wien gekommen war, um ebenfalls Kunst zu studieren“, sagt Mechner. Die beiden, seine Großtante und der Diktator, waren also zur gleichen Zeit mit dem gleichen Ziel in Wien.
Wie so oft begreift man die schmerzvollen Seiten seiner Herkunft erst im Erwachsenenalter. Jordan Mechner erzählt diesen Teil ebenfalls in der gezeichneten Novelle. Er ist als typisch amerikanisches Kind aufgewachsen. Mit Eltern, die aus einem anderen Land kamen. Mechner kannte die Geschichte igrendwie aus Erzählungen, bevor er sich an die Recherche machte. Aber erst beim Schreiben und Zeichnen von „Replay“ lernte er vieles, was er vorher nicht wusste, sagt er nun im Pariser Café. Vieles etwa über das jüdische Leben im damaligen Wien, die Flucht, die Lebensgefahr, in der sein Vater schwebte, und was möglicherweise in ihm selbst schlummere, was ihm seine Familie unbewusst mitgegeben hat.

Es entsteht ein Moment des Schweigens. Um den Bistrotisch herum sitzen junge Menschen an Laptops, vertieft in die Gegenwart. Viele trinken den selbst gerösteten Kaffee aus den Trommeln hinter dem Tresen. Ein Café au Lait steht auch auf dem Bistrotisch gegenüber Mechners Teetasse, während er in die Vergangenheit zurückschwingt.
„Ich glaube, dass mich der gesamte Entstehungsprozess, der zwei bis drei Jahre gedauert hat, ihren Erfahrungen nähergebracht hat“, sagt Mechner und führt aus: „Und ich glaube, dass ich am Ende ein besseres Verständnis dafür hatte, was sie durchgemacht hatten.“
Großvater Adolf Mechner erkennt früh die Gefahr in der aufgeladenen Situation nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich. Er stellt 1938 einen Antrag auf Ausreise in die USA. Doch die Bürokratie macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Er wurde zwar in der österreichisch-ungarischen Monarchie geboren und lebt seit Jahren in Wien, sein Geburtsort Czernowitz liegt aber 1938 in Rumänien. Für dieses Land ist das Kontingent der USA für Juden bereits ausgeschöpft.
Jordan beschreibt die Flucht des Großvaters, die er aus den Erzählungen seines Vaters und den Aufzeichnungen des Opas zusammengetragen hat. Es folgt eine Odyssee über Frankreich und Kuba in die USA, getrennt von seiner Frau Hedy, seinem Sohn Franzi und Hedys kleiner Schwester Lisa, die mit Franzi an der französischen Atlantikküste einen Luftangriff überlebte. Adolf Mechner hat während der langen Trennung ein Bilderbuch gezeichnet. Und später in den 70er-Jahren seine Memoiren geschrieben. Sie wurden zur Grundlage für die Graphic Novel.

Die Geschichte geht gut aus, ist aber noch nicht auserzählt. In Amerika wird Jordans Vater, der sich inzwischen Francis nennt, zum erfolgreichen Unternehmer. Er entwickelt das, was auf Englisch „Chyron“ genannt wird. Ein Text, der während einer Nachrichtensendung am unteren Bildschirmrand läuft. Im Fernsehdeutsch heißt das Laufband Bauchbinde.
Francis studiert Psychologie an der Columbia University und arbeitet einige Jahre in der Forschung. Dann gründet er eine Firma, die sich mit Programmunterricht befasste. Sein Sohn wächst also früh im Umfeld von Computertechnologie heran. „Ich war ein Kind in den 70er-Jahren. Die meisten Väter hatten einen normalen Job“, sagt Mechner und lächelt. „Unternehmen zu gründen, also das, was wir heute als Start-ups bezeichnen, war damals noch nicht wirklich üblich. Ich glaube, mein Vater war zu dieser Zeit ungewöhnlich.“ Er lässt seinen Worten eine Pause folgen, damit sich ihre Kraft im Café entfalten kann.
So ungewöhnlich, dass er nicht nur seinen Sohn beim Spieleentwickeln unterstützt, sondern auch am Klavier die Melodie für Prince of Persia komponiert. Das ist der Sound, der vielen Männern, die man heute als weiß und lebensübererfahren bezeichnet, ein kindliches Lächeln ins Gesicht zeichnet. Mechner hält an Musik wie auch am Spiel die Rechte. Außergewöhnlich in der Branche. Auch daran hat sein Vater erheblichen Anteil. Er hat seinem Sohn dazu geraten, die Rechte nicht an einen Konzern zu verkaufen.
Und noch etwas war besonders für einen traumatisierten Juden, erzählt der 61-Jährige. „Ich hatte das Glück, dass mein Vater sehr offen war und mir und meiner Familie viele Details über seine Kindheitserlebnisse erzählte. Jeder hat seine eigene Art, traumatische Ereignisse zu verarbeiten, und seine war es, seine Geschichte zu erzählen.“ Auch wenn er es erst spät begriffen habe, so erzählt er, sei es kein Zufall, dass sich die Spielidee für Prince of Persia, wo ein junger Mann gegen Widrigkeiten kämpft, versucht, dem Schicksal zu entkommen, das Böse zu besiegen und am Ende eine oder mehrere Frauen zu befreien, und die Fluchtgeschichte der eigenen Familie Parallelen haben. „Wenn man mit dieser Art von Familiengeschichte aufwächst, stellt sich die Frage, wie sich das auf die nächste Generation auswirkt.“ Er glaube, die Botschaft, die er mitgenommen habe, war eine positive. „Ich muss meinem Vater, seiner Tante und meinen Großeltern viel Anerkennung dafür zollen, dass sie mir irgendwie die Idee vermittelt haben, positiv zu sein und in schwierigen Situationen durchzuhalten, aber auch nicht zu vergessen, freundlich zu anderen Menschen zu sein und zu versuchen, den Menschen um mich herum zu helfen.“

Der Spieleentwickler drückt kurz die Stopptaste. Dann springt er in die Gegenwart. Denn nun sitzt er ja hier in Paris und das ist fast eine inverse Geschichte. Denn Mechner musste selbst erfahren, wie es ist, mit der Bürokratie zu ringen. Vor neun Jahren eröffnet sich eine Möglichkeit, in Frankreich Prince of Persia weiterzuentwickeln. Dauerhaft. Doch als er eine Aufenthaltserlaubnis beantragt, akzeptierte das Amt seine 50 Jahre alte Geburtsurkunde zunächst nicht. „Ich habe das Buch Replay - also Wiederholung - genannt, nicht nur weil man das in einem Videospiel so macht, sondern auch, weil ich manchmal das Gefühl habe, dass die heutigen Weltgeschehnisse Ereignisse aus der Vergangenheit wiederholen“, erzählt er. Er nippt an seinem Tee. „Ich frage mich: Haben wir daraus gelernt? Ich denke, die Notlage von Flüchtlingen, die durch Krieg vertrieben wurden oder in ihrem eigenen Land in Gefahr sind, unterscheidet sich heute nicht so sehr von damals. Auch die Erfahrung von Familien, die getrennt werden, um zu fliehen.“ Mechner fügt nachdenklich wirkend an: „Und wenn man Glück hat, versucht man, in einem fremden Land Wurzeln zu schlagen, in dem man keine Verbindungen hat und vielleicht nicht erwünscht ist. Das ist universell.“
Vergleichen möchte Jordan seinen Kampf mit der Bürokratie mit dem seiner Vorfahren aber nicht. „Ich spreche natürlich nur über meine eigene Einwanderung mit zwei Teenagern. Die meisten Menschen versuchen doch, überhaupt erst nach Europa oder in die USA zu kommen.“ Seine Erfahrungen seien fast ein Witz im Vergleich zu dem, was sein Vater und dessen Eltern durchgemacht hätten, um während der Nazizeit in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. „Natürlich bin ich unter den bestmöglichen Umständen nach Frankreich ausgewandert, mit einem guten Job und einem Unternehmen, das mir dabei half, die erforderlichen Arbeitspapiere und alles andere zu bekommen“, sagt Mechner. Aber dennoch sei die Bürokratie nicht immer einfach, wie jeder wisse, der einmal das Land gewechselt hat.
Der 61-Jährige schildert das Drama seines Vaters als Kind in Frankreich: „Es fehlte ein Dokument für das Visum, um 1939 in die USA zu gehen. Seine Mutter besaß ja bereits ihr Visum und alle notwendigen Papiere.“ Das Dokument wurde nicht rechtzeitig ausgestellt und Francis konnte seine Mutter nicht treffen, um Europa mit ihr zu verlassen. „Die Entscheidung eines Bürokraten war wirklich unnötig, da alle Papiere korrekt waren“, sagt Mechner. Aus diesem Grund war sein Vater während der deutschen Besetzung Frankreichs drei Jahre lang von seinen Eltern getrennt. „Die ganze Zeit über war er in Gefahr und die meiste Zeit davon wussten seine Eltern, die sich zu diesem Zeitpunkt in Kuba befanden, nicht einmal, ob er noch lebte oder wie sie ihn erreichen konnten.“
Die Ironie des Schicksals: Die bürokratischen Hürden in Frankreich brachten Jordan wieder näher an Österreich heran. „Natürlich wusste ich, dass mein Vater in Wien geboren wurde und dass unsere Familie österreichische Wurzeln hatte“, erzählt Mechner. „Aber wir waren Amerikaner, also betrachtete ich das als etwas, was der Vergangenheit angehörte. Als ich jedoch nach Frankreich kam, wurde mir klar, dass die österreichische Herkunft meines Vaters uns als Familie das Recht gab, wieder Europäer zu sein, wenn wir das wollten“, sagt Mechner.
Und dann geschieht politisch etwas genau zu einem Zeitpunkt, um für Jordan Mechner nützlich zu sein. Der Nationalrat beschließt im Oktober 2019 einstimmig eine Novelle zum Staatsbürgerschaftsgesetz. Damit will man die historische Verantwortung gegenüber den Verfolgten des Nationalsozialismus und ihren Nachkommen übernehmen.
Aber findet dieser politische Schritt auch Resonanz?
„Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2019 haben über 52.000 Menschen, die selbst von den Nationalsozialisten verfolgt wurden oder Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus sind, eine sogenannte Anzeige zur Erlangung der Staatsbürgerschaft gestellt.“
Das sagt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger exklusiv auf Anfrage von JETZT. „Rund 37.500 Personen sind nun WIEDER Österreicherinnen und Österreicher“, so die NEOS-Ministerin und weiter: „Jede einzelne Staatsbürgerschaft steht für eine persönliche Geschichte – von Verlust, Flucht und auch Neubeginn. Dass so viele Menschen wieder eine Verbindung zu ihrer Familiengeschichte und damit zur Republik Österreich suchen, zeigt, wie wichtig dieses Bekenntnis Österreichs zu seiner historischen Verantwortung ist.“
Die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten hat auch viele jüdische Intellektuelle und Kreative getroffen. Das führte zum enormen Verlust an Wissen und Talent in Österreich. Viele jüdische Wissenschafter, Künstler und Schriftsteller wurden zur Emigration gezwungen oder ermordet. Noch einmal eine Frage an die Außenministerin: Ist die große Akzeptanz unter den großen Köpfen und ihren Nachkommen ein Zeichen auf dem Weg zur Aussöhnung und Wiedergutmachung?
„Dass Menschen wie Jordan Mechner und sein Vater heute wieder eine Beziehung zu Österreich aufbauen, ist sehr berührend. Die Wiedererlangung der Staatsbürgerschaft ist weit mehr als ein formaler Akt. Sie zeigt das tiefe Vertrauen, das diese Menschen in die Republik Österreich setzen. Und es ist ein Schritt hin zu einem offenen, selbstbewussten Österreich, das aus seiner Geschichte gelernt hat und in die Zukunft blickt.“
Beim Slalom durch die Behörden wird allerdings durch einen Zufall entdeckt, dass Großvater Adolf nie seine österreichische Staatsbürgerschaft verloren hatte und damit auch nicht seine Nachkommen. Nicht nur für die Familie eine Überraschung. „In gewisser Weise fühle ich mich, obwohl ich natürlich immer auch Amerikaner bleiben werde, wieder sehr stark mit den europäischen Wurzeln meiner Familie verbunden“, sagt Mechner.
Während Vater Francis noch heute als rüstiger Mann mit 96 Jahren in New York lebt, ist Sohn Jordan mit seinen Kindern nach Europa zurückgekehrt. Seine Tochter hat sogar eine Zeit lang in Wien studiert und spricht fließend Deutsch. Die Lebensweise in Europa fühle sich jedenfalls vertraut an, erzählt er zum Schluss im Café im Pariser Quartier Le Marais.
Jordan hat mit seinem Vater nie in Deutsch gesprochen. Nur zu Weihnachten wurden Schubert-Lieder gesungen oder Mozarts Zauberflöte. Er habe nur in der Schule etwas Deutsch gelernt, sagt der 61-Jährige und bekennt etwas verlegen: Er fühle sich wohler in der französischen Sprache, noch mehr natürlich in Englisch. Dennoch versucht er es für JETZT auf Deutsch:
„In Wien fühle ich mich zu Hause. Ich habe nicht viel Zeit in Wien verbracht, aber jedes Mal, wenn ich nach Wien komme, fühle ich mich gut, fühle ich mich zu Hause.“
Und dann sagt er auf Englisch: „I love the city. There’s something about the way of life that just seems right to me.“
Sounddesign und Audioproduktion: Katharina Darya Ressl
Mixing und Mastering: Patrik Haas
Deutsche Synchronstimme: Philipp Bernhard
