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Es gibt warme und es gibt kalte Häuser. Das Haus von Shoko Taguchi ist ein warmes Haus. Auch wenn ihre Besitzerin seit Monaten tot ist. Jeongja Han hat ein Gefühl für die Aura eines Hauses. Seit Jahren kümmert sich die 59-Jährige um die Hinterlassenschaften verstorbener Menschen. Wer sie dabei begleitet, erfährt viel über die Lücke, die ein Mensch hinterlässt, lernt die Kraft von Ritualen kennen, entdeckt die Magie alltäglicher Dinge wie eines Fernsehsessels, einer Reisschale oder eines Porzellanelefanten und kann am Ende nicht anders, als sich zu fragen, ob uns die Vergangenheit je loslässt.
Das Haus steht in einem wohlhabenden Viertel Yokohamas, mit dem Vorortzug eine Stunde von Tokio entfernt. Durch die schmalen Strassen gleiten Elektroautos vorbei an Vorgärten mit adrett gestutzten Hecken. An der Tür wartet die Tochter von Shoko Taguchi. Emiko Yano hat Jeongja Han beauftragt, das Haus auszuräumen. Sie könne sich leicht von ihren eigenen Sachen trennen, sagt Emiko Yano. Aber sie habe sich nicht aufraffen können, die Dinge ihrer Mutter wegzugeben. Es fühle sich an, als würde das Haus Widerstand leisten.
Jeongja Han und ihre Assistentin Mieko Ikeba falten Umzugskartons, ziehen mit lautem Ratschen Klebestreifen über die braune Pappe und platzieren die Kartons vor Schränken und Kommoden. Beide tragen blaue Schürzen mit aufgenähten Taschen, in denen Stifte und Marker stecken. Jeongja Han wundert sich nicht über Emiko Yanos Gefühl vom Widerstand des Hauses. Sie spüre noch die Präsenz der Verstorbenen. Etwas von ihrem Alltag sei auf die Gegenstände übergegangen. Das Ausräumen eines Hauses sei wie das Kennenlernen einer Person, sagt Jeongja Han. Mit jeder Schublade, die sie aufziehe, erfahre sie mehr über ihr Leben. Auf einer Kommode im Wohnzimmer hat Emiko Yano einen Schrein aufgebaut. In der Mitte ein Foto ihrer Mutter, der Rahmen ist mit einer weissen Plastikblume geschmückt. Davor stehen ein kleiner Buddha, Klangschalen, Räucherstäbchen. Auch das Totenbüchlein der Familie. Früher wurden in Japan die Namen der Toten auf Holztäfelchen geschrieben und an die Wände des Hauses gehängt. Jetzt schlägt Emiko Yano im Buch die Seite ihrer Mutter auf, die mit 82 Jahren an Krebs gestorben ist. Neben Shoko Taguchi steht der neue Name, den ihre Mutter im Jenseits nutzt. Er soll Züge ihrer Persönlichkeit beschreiben. Die japanischen Schriftzeichen stehen für Lebensfreude, Vertrauen in die Menschen und für eine gläubige Frau.

Viele Menschen liessen Häuser noch länger im gewohnten Zustand als sie, sagt Emiko Yano. Als wohnten die Verstorbenen noch darin; manchmal zwei, drei, vier Jahre. Es war Emiko Yanos Wunsch, mit dem Ausräumen ein halbes Jahr zu warten. Alle, die ihre Mutter kannten, sollten in Ruhe vor dem Schrein ein Räucherstäbchen anzünden und beten können.
Danach hat Emiko Yano jeder Freundin, jedem Nachbarn Geschirr geschenkt. „Etwas aus dem Leben meiner Mutter wird weiterverwendet“, sagt Emiko Yano. „Der Gedanke tröstet mich.“ Sie hat für sich selbst nur eine Reisschale genommen, die sie an die Abendessen mit ihrer Familie erinnert. Wenn sie die Schale anschaue, habe sie das Gefühl, wieder mit den Eltern am Tisch zu sitzen und die Gespräche von damals einfach fortsetzen zu können. Neurowissenschaflter und -wissenschaftlerinnen wissen schon lange, dass Dinge uns den Zugang zu Erinnerungen erleichtern. Unser Gedächtnis ist kein Diktiergerät, es ist aufmerksamer gegenüber dem, was emotional ist. Und Dinge können enorm emotional sein. Ein Andenken aus dem Urlaub wie etwa eine Muschel vom Strand, die auf einer Fensterbank liegt, kann glücklich machen oder im nächsten Moment sentimental stimmen.
Die Schale gewählt zu haben und nicht eine Tasse oder einen Teller, macht Emiko Yano ein schlechtes Gewissen. „Wenn ich entscheide, was ich will und was nicht, ist das respektlos vor den Göttern in diesen Dingen. Auch weil sie so lange ihr Leben mit dem meiner Mutter geteilt haben.“ Wie der kleine bunte Elefant aus Porzellan, den sie gerade aus einem schon fertig gepackten Karton fischt. Ihr Vater hat ihn der Mutter von seiner ersten Reise nach Europa mitgebracht. Er stand all die Jahre auf der Fensterbank zwischen Fotos der Familie. „Schön ist er nicht, oder?“, fragt Emiko Yano und dreht ihn in den Händen. „Aber er guckt fröhlich.“
Im Shinto-Glauben kann in allem ein Geist wohnen. Man spricht von den acht Millionen Göttern (yaoyorozu no kami). Der Begriff reflektiert die Überzeugung vieler Japaner und Japanerinnen, dass nicht nur die Natur von Kami (Geist) durchdrungen ist. Auch von Menschen gemachte Objekte können eine Spiritualität besitzen. Ehrfurcht kann man vor Möbeln, Teekannen, Stiften, Vasen, Büchern oder Elektrogeräten empfinden. Die Vorstellung von den beseelten Dingen ist der Grund dafür, dass Jeongja Han sich keine Sorge um Aufträge machen muss. Die Angehörigen wollen den Besitz ihrer Eltern oder Geschwister nicht lieblos entsorgt sehen. Mit dem Wort mottainai, das übersetzt „was für eine Verschwendung“ bedeutet, beschreibt das Japanische eine damit zusammenhängende Kultur des Bewahrens. Es drückt ein Gefühl des Bedauerns darüber aus, den inneren Wert eines Objekts zu verkennen. Mottainai ermutigt dazu, Dinge bis zum Ende ihrer Lebensdauer zu verwenden und gehörte lange Zeit zum japanischen Alltag, besonders während der entbehrungsreichen Nachkriegszeit. Mottainai steht heute auch dafür, die Umwelt zu respektieren und weniger Ressourcen zu verbrauchen. Jeongja Han kniet vor einer Kommode, deren Schubladen mit Knöpfen und Nieten, Nadeln und Fäden gefüllt sind. Mit ihrer Nähmaschine hat Shoko Taguchi leidenschaftlich gern Kleider für die Enkeltöchter genäht. Han sortiert den Inhalt der Schubladen in Kartons, die sie später an verschiedene Recyclinghändler weiterverkaufen wird. „Der Mensch, der hinterlassene Sachen in Ordnung bringt“, heißt ihr Beruf übersetzt. Einer mit Zukunft in einer der am schnellsten alternden Gesellschaften weltweit. Schätzungen zufolge könnte die japanische Bevölkerung in den nächsten fünfzig Jahren um ein Drittel sinken. Im Jahr 2024 kamen auf ein Baby zwei Todesfälle. Die Bevölkerung schrumpfte um fast eine Million Menschen. Die Gründe reichen zurück in die Boomjahre nach dem Zweiten Weltkrieg, die Japan zu einem der reichsten Länder der Welt machten. Das scheinbar grenzenlose Wachstum und der hemmungslose Konsum brachen mit dem Platzen einer gigantischen Immobilienblase Anfang der 1990er-Jahre zusammen. Seit damals führen wirtschaftliche Unsicherheit und das immer noch vorherrschende konservative Familienbild dazu, dass junge Japanerinnen Heirat und Familiengründung aufschieben – und immer häufiger ganz darauf verzichten. Was übrig bleibt, ist eine der ältesten Gesellschaften der Welt.
Entscheide du!
Vor 14 Jahren hat Jeongja Han beschlossen, Menschen dabei zu helfen, Frieden mit den Hinterlassenschaften ihrer Angehörigen zu finden. Eine Rolle hat dabei ihre ältere Schwester gespielt. Als ihre Mutter gestorben war, verzweifelte ihre Schwester an der Frage, was die Familie von ihrem Besitz behalten und was sie weggeben sollte. Irgendwann habe ihre Schwester gesagt: Entscheide du, erinnert sich Jeongja Han. Das sei auch ihr schwer gefallen, aber sie habe gesehen, wie erleichtert ihre Schwester war.
Diese Kette, die ihre Mutter oft getragen hat, will Emiko Yano behalten (Fotos: Noriko Hayashi)
Diese Kette, die ihre Mutter oft getragen hat, will Emiko Yano behalten (Fotos: Noriko Hayashi)
Diese Kette, die ihre Mutter oft getragen hat, will Emiko Yano behalten (Fotos: Noriko Hayashi)
Bis heute gibt es ihr ein gutes Gefühl, Menschen beim Abschiednehmen zu helfen und Dingen ein zweites Leben zu geben. Kundinnen wie Emiko Yano zahlen ihr bis zu 2500 Euro für einen eintägigen Auftrag. Den Hausrat verkauft sie an Zwischenhändler. Für viele Auftraggeberinnen und -geber ist die Vorstellung wichtig, dass die Dinge weiterverwendet werden. Als eine Geste der Wertschätzung für die Gegenstände zahlt sie ihnen einen kleinen Anteil des Erlöses aus. Mehr als 100.000 meist kleine Firmen handeln mit Secondhand-Ware. Da Japan hohe Gebühren für die Müllentsorgung erhebt, wächst der Markt für Recyclingprodukte.
In den ersten Jahren hat Jeongja Han im Monat 25 Wohnungen und Häuser ausgeräumt. Heute sind es weniger, vielleicht zehn. Sie nimmt nicht mehr jeden Auftrag an, aber immer noch sind auch Häuser und Wohnungen darunter, in denen sie nicht gern arbeitet. In denen sich ein Mensch umgebracht hat oder allein gestorben ist und Wochen oder Monate nicht vermisst wurde. Ein solches Haus betritt sie immer zuerst in Begleitung eines Mönchs, um die Seele des Menschen zu befrieden. Der Mönch spricht Gebete und nimmt zwei, drei Gegenstände mit, die er im Tempel verbrennt.
Und es gibt die kalten Häuser, in denen ihr unheimlich wird, Wohnungen, die eine Einsamkeit ausstrahlen, die sie frösteln lässt. Die Räume seien voller Enttäuschung und Bitterkeit. „Die Vergangenheit vergeht nicht. Sie existiert in den Dingen einfach weiter“, sagt Jeongja Han. Die Kartons im ehemaligen Haus von Shoko Taguchi füllen sich rasch. Gerade holt die Assistentin aus den Schubladen eines Wandschranks Dutzende bunter Seidenschals, die Japanerinnen gern schenken, wenn sie zu Besuch kommen, und legt sie sorgfältig gefaltet in eine der Kisten. Alles passiert unter den Augen von Emiko Yano. Ihr Blick bleibt manchmal länger an einem Gegenstand hängen, als tauche sie in Erinnerungen ab. Sie wirkt dankbar, wenn Jeongja Han sie wie jetzt etwas fragt: Ob sie dieses ungewöhnlich bedruckte Kleid mit Rüschen behalten wolle? Nein, das wolle sie nicht, antwortet sie lächelnd. Ihre Mutter war viele Jahre in einer Square-Dance-Gruppe. Als die Tänzer und Tänzerinnen zur Trauerfeier kamen, hatte sie das Gefühl, alle zu kennen, allein aus den Erzählungen ihrer Mutter. Im Sarg zur Einäscherung trug Shoko Taguchi ein solches Square-Dance-Kleid und hatte Fotos ihrer besten Freundinnen dabei.
Wenn ein Schrank ausgeräumt ist, gibt Jeongja Han drei Männern, die für den Transport der schweren Möbel gekommen sind, ein Zeichen. Sie tragen die Möbel aus dem Haus und verfrachten sie auf einen Laster. „Iyo!“ – „Ist gut.“ Viel mehr sagen sie nicht, auch nicht, als sie eine weinrote Ledercouch nach draussen wuchten, die vor einem Schrank stand.

Als Jeongja Han die langen zugestellten Schranktüren öffnet, riecht es nach Staub und schwach nach Lavendel. Neben in Leder gebundenen Fotoalben liegt ein Päckchen Briefe in einem Regal. Emiko Yano setzt sich im Schneidersitz auf den Boden und löst die Schleife. Es sind Liebesbriefe, die ihr Vater ihrer Mutter geschrieben hat, als sie noch nicht verheiratet waren. Sie faltet einen Brief auseinander und liest, wie ihr Vater sich ausmalt, zusammen mit ihrer Mutter aus der Präfektur Niigata im Westen Japans nach Tokio zu ziehen und was sie dort in der Stadt alles gemeinsam aufbauen würden. Sie stoppt, sagt, dass sie die Briefe behalten, aber nicht weiterlesen möchte. Dann blättert sie durch die Alben. Die Fotos hat ihr Vater mit der Canon gemacht, die in einem abgegriffenen schwarzen Lederetui im Schrank liegt. An einem Bild bleibt sie hängen. Es zeigt ihre Mutter, ihre jüngere Schwester und sie selbst bei einem Ausflug in die Yamagata-Berge. Alle drei lächeln den Fotografen an.
Ihr Vater ist lange tot. Er hat das Haus gebaut und dann nicht einmal ein Jahr darin gelebt. „Hier standen früher Zitrusbäume“, erzählt Emiko Yano. „In unserer Familie sehen wir zwischen den für das Haus gefällten Bäumen und dem Krebstod meines Vaters einen Zusammenhang.“ Sie glaubt, die zerstörte Natur habe einen Schatten auf sein Leben gelegt. Von ihrem kleinen Anteil aus dem Verkauf von Shoko Taguchis Hausrat will sie einen Zitrusbaum kaufen und ihn im Garten pflanzen.
Emiko Yano möchte ein paar der Fotos digital mit ihrer Schwester und ihren Töchtern teilen. Die Alben aber lässt sie Jeongja Han in einen Müllsack stopfen, auf den sie mit einem Filzstift ein Zeichen schreibt, dass er verbrannt werden soll. Jeongja Han sagt ihren Kundinnen und Kunden immer, sie sollen nicht so streng mit sich sein. Sie täten nichts Falsches, wenn sie Sachen eines geliebten Menschen weggeben. Wenn jemand zweifelt, nimmt sie schon einmal Dinge mit zu sich in ihr Lager und behält sie dort, so lange, bis eine Entscheidung gefallen ist. Die Leute seien dankbar für den Aufschub, aber meistens wollten sie die Sachen nicht zurück.
Der Zorn der acht Millionen Götter
Jeongja Han weiß, dass sie nicht einfach Haushalte auflöst. Sie packt behutsam Erinnerungen in Kisten und stopft manchmal auch Gefühle in Säcke. Die Enttäuschung und den Zorn der acht Millionen Götter nimmt sie auf ihre Schultern. Das ist die stillschweigende Vereinbarung zwischen ihr und Kundinnen wie Emiko Yano.
Es klimpert, als Jeongja Han Geschirr in Zeitungspapier wickelt und in Kartons verpackt. Man sollte nicht so viel aufheben, seufzt Emiko Yano. Mottainai bedeutet für sie nicht nur, Dinge weiter zu nutzen wie in der Generation ihrer Mutter, sondern bewusster zu konsumieren und nicht so viel zu besitzen. Sie möchte weniger hinterlassen. Ihre Töchter sollen sich nicht zwischen den Göttern entscheiden müssen.
Jeongja Han gibt ihr Recht. Aber das sei schwerer, als sie denke. Seit einigen Jahren bietet sie Seminare an, die sie „Happy Life Support“ nennt. Dort will sie den Leuten zeigen, wie sie sich von Sachen trennen können. Ein wenig sei das wie bei der berühmten japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo, die den Menschen die Last von viel zu viel unnötigen Dingen abnehmen will. Bei Jeongja Han sind die Teilnehmerinnen meist über siebzig Jahre alt. Sie wollen vor allem ihren Kindern mit ihrem Besitz nicht zur Last fallen. „Die Kinder arbeiten so viel. Sie haben keinen Raum mehr, um sich mit dem Leben ihrer Eltern auseinanderzusetzen“, sagt Jeongja Han. Sie erschreckt die neue Gleichgültigkeit. Die gehe sogar so weit, dass Menschen die Gräber ihrer Vorfahren auflösten. Was in Japan ungewöhnlich ist, wo Familiengräber oft 300 oder 400 Jahre alt sind.
Sie stellt den Teilnehmerinnen ihrer Seminare nicht nur die naheliegende Frage, ob sie eine Sache wirklich brauchen. Sondern sie möchte hören, was der Gegenstand wohl von ihnen will. Die Wünsche seiner Besitztümer zurückzuweisen, ist Jeongja Han sicher, schaffe Raum. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen herausfinden, ob sie nicht leichter leben können ohne die Erinnerungen, die mit so vielen Gegenständen verbunden sind. Das schaffe Platz im Haus, dann im Kopf. „Alles, was dir gehört, dem gehörst du auch“, sagt Jeongja Han. Kognitionswissenschaftlerinnen wie die beiden auf Hoarding spezialisierten Forscherinnen Mary Dozier and Melissa Norberg würden sagen, dass wir unsere Identität nicht nur in der Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und der Wahrnehmung durch andere Menschen aufbauen, sondern durch den Besitz von Dingen. Sie geben uns Halt, sie inspirieren uns, sie bringen uns zum Träumen. Sie vergewissern uns unserer Erfolge, sie trösten uns in Niederlagen. Die Einrichtungen unserer Wohnungen und Häuser teilen wir mit Dingen, die uns nur verlassen, wenn wir das wollen.

Am Ende ist das Haus leer. Bis auf die Kommode mit dem Schrein, drei Blumenbilder an den Wänden, die eine Schulfreundin aus Niigata gemalt hat, und einen Fernsehsessel. Shoko Taguchi saß gern in dem grauen Ungetüm und schaute stundenlang aus dem Fenster in den Garten. Doch obwohl Emiko Yano in ihrem Haus keinen Platz hat, kann sie den Sessel nicht weggeben. So bleibt er erstmal dort stehen, wo er immer stand. Emiko Yano weiß noch nicht, wann sie das Haus ihrer Mutter verkaufen wird.
Die Leere hat etwas Beklemmendes. Doch später in ihrer Wohnung wird Emiko Yano sagen, dass das Aufräumen sie mehr getröstet habe als das Begräbnis. Und sie sei erleichtert. „Ich habe in den Dingen, mit denen sie sich umgeben hat, gesehen, dass meine Mutter ein fröhlicher Mensch gewesen ist.“
Der Elefant steht jetzt im fast leeren Regal ihrer hellen Schrankwand. Es wirkt, als brauche er ein wenig Zeit, um sich an das noch fremde Haus zu gewöhnen.
Audioproduktion und -mix: Yannik Milz
