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Das Jahr startet üblicherweise mit vielen Vorsätzen. Der erste Willenstest kommt meist schon in der zweiten Woche, ob man den Verlockungen, denen man abgeschworen hat, länger widerstehen kann. Für eine wachsende Zahl von Menschen gehört der Wunsch dazu, auf Alkohol zu verzichten. Allein aus gesundheitlichen Gründen. Nicht wenige Menschen lassen das Jahr deshalb mit einem trockenen Jänner beginnen. In mehr als 180 Ländern stellen sich Millionen Menschen der Herausforderung.
Dabei hat dieser Themenmonat noch eine junge Tradition. Die Britin Emily Robinson gilt als Erfinderin dieser Idee, die sich vor 15 Jahren vornahm, zum Jahresstart keinen Alkohol zu trinken, um für einen Halbmarathon zu trainieren. Ein Jahr später machte sie als neue Mitarbeiterin der Wohltätigkeitsorganisation Alcohol Change UK aus ihrer Idee eine Kampagne: die „Dry January Challenge“. Die britische Regierung und der Gesundheitsdienst NHS trugen die Kampagne mit ihrer Unterstützung in die Welt.
Natürlich weisen Gesundheitsorganisationen und -experten schon seit vielen Jahren auf die Folgen von übermäßigem Alkohol hin und konzipieren Kampagnen gegen Alkoholismus. In Finnland erfand die Regierung bereits 1942 die Kampagne „Raitis Tammikuu“, was übersetzt nüchterner Jänner heißt. Damals ging es den Finnen aber vor allem darum, den stark gestiegenen Alkoholkonsum im Zweiten Weltkrieg zurückzudrängen und wieder mehr Kraft für den Krieg zu gewinnen.
Inzwischen ist mit diesem Aufruf zur Enthaltsamkeit aber nur mehr die Lust an gesunder Nüchternheit verbunden. Die Kampagne ist wohl auch deshalb so erfolgreich, weil sie, anders als die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag, nicht religiös motiviert ist und 40 Tage dauert, sondern direkt an eine oft genussüberladene Feierzeit anschließt und mit 31 Tagen Dauer überschaubarer ist.
Österreich liegt beim Konsum von Alkohol europaweit weiterhin im Spitzenfeld
Auch zwischen Wien und Bregenz schließen sich vor allem junge Menschen zum Jahresbeginn der Challenge gegen den inneren Schweinehund an. Dennoch: Österreich liegt beim Konsum von Alkohol europaweit weiterhin im Spitzenfeld hinter Tschechien, Litauen und Lettland. Beim Preis für alkoholische Getränke gehören wir hierzulande im europäischen Vergleich hingegen zu den Schlusslichtern. Nur in Italien und Deutschland sind Bier, Wein und Spirituosen laut Eurostat noch günstiger.
Doch seit zwei Jahrzehnten sinkt auch bei uns der Alkoholkonsum und parallel dazu steigt das Angebot an alkoholfreien Alternativen. Gemeinsam mit der Schweiz wird in Österreich laut einer Studie des Marktforschers NIQ im Vergleich zum Rest von Europa viel mehr alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke konsumiert.
Der Trend zum bewussteren Alkoholkonsum aus gesundheitlichen Gründen steht für diese Entwicklung im Vordergrund, haben die Marktforscher beobachtet. Die beiden kleineren deutschsprachigen Länder gehören damit sogar weltweit zu den führenden Märkten für alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke. Rund ein Viertel der Konsumentinnen und Konsumenten greift zu diesen Alternativen der alkoholischen Varianten. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 16 Prozent, in Westeuropa sogar bei nur 14 Prozent. Die Schweiz und Österreich kommen jeweils auf 22.
Hype um ein alkoholfreies Helles
Wie wild der Trend wuchert, zeigte sich bei einem alkoholfreien Bier vor eineinhalb Jahren in München. Die Traditionsmarke Augustiner brachte als letzte der sechs großen Brauereien in der bayerischen Landeshauptstadt für das bevorstehende Oktoberfest ein alkoholfreies Helles auf den Markt. Der Hype war so groß, dass selbst in den großen Getränkemärkten der Stadt praktisch nie das neue Getränk zu bekommen war.
Es entstanden Gruppen in sozialen Netzwerken, in denen sich Menschen über Biersichtungen unterhielten. Und wenn doch eine Lieferung ankam, hieß es meist schon nach Minuten: Ausverkauft. Lediglich in Biergärten des Herstellers konnte man mit Sicherheit das Bier probieren, das nach Ansicht von bayerischen Biertrinkern dem Original recht ähnlich schmeckt. Die älteste Brauerei der deutschen Bierhauptstadt hat es bis heute nicht geschafft, ihre Kapazitäten dem Markt anzupassen. Noch immer ist das alkoholfreie Helle im Gegensatz zu seinen alkoholischen Varianten nur selten im Handel zu finden.
Vor allem bei jungen Menschen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren ist der Alkoholkonsum rückläufig, beobachten Suchtforscher. „Kein Alkohol für mich“ ist mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert. Darüber berichtet auch der Wissenschaftsautor Bas Kast in seinem Buch „Warum ich keinen Alkohol mehr trinke“.

Der deutsch-niederländische Journalist recherchiert seit Jahren zu den Faktoren eines möglichst langen gesunden Lebens. Sein „Ernährungskompass“ wurde zu einem internationalen Bestseller, bald erscheint sein „Vitaminkompass“ über Nahrungsergänzungsmittel. Auch dort geht es an einigen Stellen um den Suchtstoff Nummer eins. Denn übermäßiger Alkohol führt zum Mangel an wasserlöslichen B-Vitaminen und Vitamin C sowie an den fettlöslichen Vitaminen A, D und E. Zudem wirkt sich Alkohol in großen Mengen auf Mineralstoffe wie Magnesium und Zink aus.
Doch Bas Kast war nicht immer alkoholfrei. Das habe ich den in Berlin lebenden Journalisten gefragt. Warum also trinkst du nicht mehr?
„Ich trinke aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol mehr. Ich bin ja auch Sohn einer Winzerfamilie in der Pfalz. Ich habe immer gerne Wein getrunken, habe aber in München gelebt und bin dort zur Schule gegangen und habe dort die besten Biere der Welt, würde ich sagen, kennengelernt.“
Das erzählt Bas Kast und führt aus: „Lange Zeit sah es ja auch danach aus, dass man so moderat trinken kann, dass es gar nicht gesundheitlich allzu schädlich ist. Im Gegenteil, vielleicht sogar Vorteile hat, weil es herzschützend ist. Und diese Forschungsbefunde haben sich gewandelt. Vor allem das Urteil der Forscher-Community insgesamt, was diese relativ positiven Befunde betrifft, hat sich gewandelt”, sagt Kast. Der Blick sei sehr viel negativer, kritischer geworden. „Und deshalb”, so erzählt Bas Kast, „habe ich erst einmal weniger getrunken. Und dann eigentlich nur deshalb ganz aufgehört, weil mir das dann leichter gefallen ist, gar nicht mehr zu trinken. Also es ist nicht so, dass man aus gesundheitlichen Gründen jetzt gar nicht mehr trinken muss. Aber für mich ist das leichter.“
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Alkohol als großen Risikofaktor für mehr als 200 Krankheiten, darunter mindestens sieben Krebsarten (wie Brust- und Darmkrebs) sowie Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Was genau ist so gesundheitsgefährdend am Alkohol? „Das größte Problem beim Alkohol ist, dass es letztlich ein krebserregender Stoff ist. Alkohol selber, also Ethanol, ist nicht so unbedingt der aller krebsauslösende oder -erregende Stoff, sondern vor allem das erste Abbauprodukt“, erklärt der Wissenschaftsjournalist.
„Alkohol kommt erst einmal in den Mund und wird dort bereits an Ort und Stelle abgebaut beziehungsweise chemisch umgewandelt.“ Dann entstehe ein Zwischenprodukt, das sich Acetaldehyd nennt, erklärt Kast. „Und dieses hat sich als sehr krebserregend herausgestellt. So weit geht, dass es aufgrund der Substanz zu Chromosomenbrüchen kommen kann und anderen Erbgutschäden.“ Das könne dann bei langfristigem Konsum, also nicht sofort, aber über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg, dein Krebsrisiko deutlich erhöhen, erklärt der Wissenschaftsjournalist. Und zwar, auch wenn man immer wieder schon geringe Mengen trinke, könne es dazu kommen.
Ein Vergleich zum Rauchen
Kast stellt das in Relation zum Rauchen, was gesellschaftlich inzwischen viel mehr geächtet ist als das Trinken: „Britische Forscher haben das mal so statistisch umgerechnet auf das Rauchen, um ein Gefühl dafür zu schaffen, wie hoch das Krebsrisiko erhöht ist. Demnach ist, wenn eine Frau eine Flasche Wein in der Woche trinkt, für sie das Krebsrisiko in einem ähnlichen Maße erhöht, wie wenn sie zehn Zigaretten rauchen würde“, sagt Kast und fügt an: „Und bei Männern entspricht eine Flasche ungefähr fünf Zigaretten, rein statistisch, was die Erhöhung des Krebsrisikos betrifft. Das ist das größte Problem.“
Frühere Studien haben gezeigt, dass Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, eher sterben als die, die mäßig trinken. Noch im Jahr 2018 hat Bas Kast in seinem Ernährungskompass ein bis zwei Gläser als sicher eingestuft.
Er sagt selbstkritisch zu seinem Buch: „Ja, es gibt wirklich diese Hunderte epidemiologischen Beobachtungsstudien. Das sind keine richtigen Experimente, bei denen man per Zufall Leute in zwei Testgruppen teilt, wobei die einen dann trinken dürfen und die anderen nicht. Und nach ein paar Jahren schaust du dann, wie sich deren Gesundheit entwickelt.“ Es gebe solche echten Studien, aber nur sehr wenige bisher, hat der Wissenschaftsjournalist bei seinen Recherchen festgestellt. Die meisten Studien zum Alkohol seien reine Beobachtungen. „Du fragst Leute zum Beispiel mit einem Fragebogen, wie viel man trinkt oder wie viel man in den letzten Jahren oder im ganzen Leben getrunken hat. Und dann checkst du deren Gesundheit“, beschreibt Kast.
Bei diesen Beobachtungsstudien käme aber sehr systematisch heraus, dass Abstinenzler, also Leute, die gar nicht trinken, oft mehr gesundheitliche Probleme haben als moderate Trinker, die ein oder maximal zwei Gläser täglich trinken. „Und da hat man eben gedacht: Okay, vielleicht hat Wein oder Bier in Maßen genossen gesundheitliche Vorteile. Und eben besonders herzschützende Eigenschaften.“
Ein fataler Folgefehler
Daraus entstanden dann Folgefehler, die über Jahre das Bild vom moderaten Alkoholkonsum geprägt haben, sagt Kast: „Und man hat dann spekuliert, dass Alkohol zum Beispiel den Fettfleck auf dem Spiegel oder auf dem Tisch mit Alkohol ein bisschen besser auflösen und verschwinden lassen kann.“ Daraus habe man gefolgert, dass das vielleicht auch in unseren menschlichen Gefäßen so sein könne. „Dass Alkohol das atherosklerotische Plaque, also ein Fett, auflöst und auf diese Weise dein Herz schützt.“
Und dann hat man mehr und mehr gemerkt, dass etwas mit dieser Interpretation nicht stimmt. Wenn man sich zum Beispiel diese Gruppe der Abstinenzler anguckt, sieht man, dass das oft eine an sich kränkere Gruppe ist. Du kannst dir zum Beispiel vorstellen, jemand wird krank, zum Beispiel aufgrund des Alkoholkonsums, und hört dann auf zu trinken und landet dann in dieser Gruppe der Abstinenzler. Wenn das statistisch in der Untersuchung nicht so richtig erfasst wird, dann hast du unter Umständen in dieser Abstinenzlergruppe Ex-Alkoholiker. Oder du hast auch viel einfacher noch Leute, die irgendwie krank sind oder sich nicht so fit fühlen und deshalb erst gar nicht Alkohol trinken.“
Aber noch eine Besonderheit hat Bas Kast herausgefunden, die vor allem den Mythos über das berühmte Glas Rotwein am Abend betrifft: „Beim Wein speziell kommt ja noch hinzu, dass Weintrinker, insbesondere moderate Rotweintrinker, öfter zu einer sozial privilegierteren Schicht gehören, die sich sowieso etwas mehr um ihre Gesundheit kümmern.“ Diese Menschen gingen auch häufiger zum Arzt, würden häufiger Gesundheitsinfos lesen und diese auch beherzigen, also insgesamt fitter sein. „Man vergleicht so ein bisschen Apfel mit Birnen“, sagt Kast, „und die moderaten Trinker erscheinen gesünder, sind das auch, aber nicht unbedingt aufgrund des Alkohols, sondern eben trotz Alkohol.“
Was sich bei ihm selbst im Körper verändert habe, nachdem er dauerhaft aufgehört habe, Alkohol zu trinken, erklärt Bas Kast eher nüchtern. „Ich habe nie so irre viel getrunken, dass ich jetzt einen riesigen Unterschied feststellen würde.“ Aber natürlich passiere prinzipiell etwas im Körper. „Wenn du nicht mehr trinkst, kannst du natürlich, was schön ist, ein bisschen Gewicht verlieren, weil du weniger Kalorien zu dir nimmst.“ Alkohol hat relativ viele Kalorien, genau sieben Kalorien pro Gramm Alkohol. „Das ist also mehr als Kohlenhydrate. Wir schimpfen immer über die Carbs, die aber tatsächlich nur so um die vier Kalorien pro Gramm haben. „Alkohol hat mehr Kalorien pro Gramm als Kohlenhydrate, aber etwas weniger als Fett“, erklärt Kast. Fett hat eben neun Kalorien pro Gramm.
„Und nicht nur das“, sagt Kast, „wenn du trinkst, jeder kennt das ja auch, wenn es abends gemütlich ist: Dann hast du einen schönen Wein und dann isst man halt auch ein bisschen mehr tendenziell dazu. Das merkst du ein bisschen daran, dass du Gewicht verlierst, was eigentlich ganz angenehm ist, und du kannst ein bisschen mehr essen dafür, wenn du magst, was ich, glaube ich, auch tue.“ Bas Kast muss über sein Verhalten selbst lachen beim Erzählen.
Viele berichteten auch, dass sie besser schlafen, wenn sie nichts mehr oder wenigstens weniger Alkohol trinken, erklärt der Wissenschaftsautor. „Das ist so eine sehr typische Reaktion, wenn du mit Leuten redest, die insbesondere abends typischerweise getrunken haben.“ Die erzählten dann, dass der Alkohol ihren Schlaf gestört oder sogar so ein bisschen ruiniert habe. „Bei mir war das nicht so schlimm. Ich habe auch mit Alkohol relativ schlecht geschlafen. Ich schlafe sozusagen mit und ohne Alkohol nicht sonderlich gut.“
Ein lebensverändernder trockener Jänner
Noch immer heißt es: Ach, das eine oder andere Bier ist doch nicht schlimm. Und abhängig bin ich ganz sicher nicht. Der Pfad vom Feierabendbier in die Abhängigkeit kann kürzer sein, als sich viele Menschen eingestehen wollen.
Dazu gehört auch Tom Holland. Der britische Darsteller von Spider-Man hat dem Alkohol abgeschworen und dies in einem Interview vor einem Jahr mitreißend geschildert. Nun als trocken zu gelten, bezeichnet er als eine der besten Entscheidungen seines Lebens. Auch er begann mit einem „Dry January“. Anfangs habe er mit der Abstinenz zu kämpfen gehabt und es sei ihm schwergefallen, in sozialen Situationen ohne zu sein, erzählt Holland in dem berühmt gewordenen Gespräch. Er fühle sich dadurch besser und habe keine Probleme mehr mit Alkohol. Das Video dazu findest du als Link eingebettet.
Auch Nathalie Stüben hat ihren Weg aus der Alkoholsucht in einem Buch eindrücklich beschrieben. Und einem zweiten nachgelegt, warum speziell Frauen von Alkoholproblemen anders betroffen sind. Seit mehr als sechs Jahren spricht die Journalistin, die mit der Familie in der Nähe von Rosenheim wohnt, über das Thema auch in ihrem Podcast „Ohne Alkohol mit Nathalie“.
Sie beschreibt im Buch ihre lange Zeit, in der der Alkohol ihr Leben bestimmte, während sie Karriere machte. Spricht über die Schuld- und Schamgefühle von Betroffenen ebenso wie über ihren Weg aus der Abhängigkeit. Ein Neurologe vom Asklepios Klinikum Harburg habe ihr einmal geschrieben, sie schließe mit ihrem Programm „eine sehr große und wichtige Lücke in der Versorgung alkoholkranker Menschen“, erzählte sie kürzlich der Süddeutschen Zeitung, für die sie selbst früher schrieb. Stübens Arbeit zeigt, wie stigmatisiert alkoholkranke Menschen noch immer leben und wie schwer es ist, aus dem Kreislauf herauszukommen, weil sie mit einer gesellschaftlich anerkannten Form der Sucht kämpfen.
Neun Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren haben in Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium einen problematischen Alkoholkonsum. In Österreich trinken laut Fachstelle für Suchtprävention 15 Prozent der Menschen Alkohol in einem problematischen Ausmaß. Das sind rund eine Million Menschen. Davon gelten schätzungsweise 370.000 Betroffene als alkoholabhängig.
Um sich selbst zu testen, kann man sich die Kriterien der WHO anschauen. Demnach liegt eine Abhängigkeit vor, wenn mindestens drei der folgenden sieben Merkmale über einen längeren Zeitraum bestehen: ein fast unbezwingbarer Wunsch nach Alkohol, Schwierigkeiten, den Beginn, die Menge und das Ende des Konsums zu steuern, Symptome wie Zittern, Schwitzen, Übelkeit beim Absetzen des Alkohols, immer höhere Dosen sind nötig, um die gleiche Wirkung zu erzielen, andere Aktivitäten werden zugunsten des Trinkens vernachlässigt, Weitertrinken trotz erkennbarer körperlicher, psychischer oder sozialer Probleme.
Einen riskanten Konsum von Alkohol mit potenziellen schädlichen Folgen für die Gesundheit definiert die WHO, wenn Menschen folgende Mengen zu sich nehmen:
12
Gramm Alkohol täglich bei Frauen – also etwa ein Glas Sekt.
24
sind es bei Männern – also mehr als ein halber Liter Bier.
Rund einer von 20 Erwachsenen in Europa ist laut der WHO alkoholabhängig. Und schätzungsweise jeder Zehnte zeigt ein problematisches Konsumverhalten.
Manchmal ändern sich aber auch schlicht die Lebensumstände, die zum Beispiel die Anlässe für Alkoholkonsum reduzieren, sagt Bas Kast. Bei ihm haben mehrere Faktoren zu mehr Wohlbefinden geführt. Er hat seine Ernährung umgestellt und geht etwa auch Eisbaden. Der Alkohol war nur ein Baustein.
Spürt er den Unterschied? „Subjektiv hat sich bei mir nicht so viel verändert”, sagt Bas Kast. „Ich habe zwar sehr lange und sehr regelmäßig getrunken, aber so moderat. Ich habe auf einer Party auch mal über die Stränge geschlagen, sodass ich einen Kater hatte oder sogar einen Blackout. Aber nicht im Alltag.” Er sei ja jetzt mittlerweile auch schon über 50 Jahre alt und habe Kinder. „Da habe ich auch angefangen, deutlich weniger zu trinken. Insofern: „Ich habe kaum eine Veränderung gespürt.“
Er selbst bezeichnet sich nicht als fundamentalen Antialkoholiker und möchte niemanden bekehren. Dennoch sieht er an den Reaktionen, wie sehr das Thema bewegt.
„Ich habe ein Video dazu auf meinem YouTube-Kanal gemacht, warum ich keinen Alkohol mehr trinke. Das Video ist mein beliebtestes Video überhaupt.“
Dennoch hat es nicht allen gefallen, dass Bas Kast den Mythos über das gesunde Gläschen Wein widerlegt hat.
„Die Reaktionen sind 99 Prozent positiv. Aber es gab auch wirklich kritische Leute und auch verärgerte Leute. Zum Beispiel Winzer, die richtig sauer auf mich waren.“
Wie hältst du es mit dem Alkohol? Schreibe mir in den Kommentaren, wie du zu dem Thema „Dry January“ stehst.
Sounddesign und Audioproduktion: Katharina Darya Ressl
Mixing und Mastering: Patrik Haas
