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Das hier sind keine fünf Tipps, wie man seine Wohnung kühl halten kann. Wenn das eigene Zuhause so sehr aufheizt, dass Kerzen auf den Tischen schmelzen und Wachsspuren als Mahnmal bis in den Winter bleiben, hilft nächtliches Lüften zwischen 22:03 und 5:47 Uhr genau gar nichts. Letztes Jahr bin ich durch meine Wohnung getappt, als wäre der Boden Lava. Mein Versuch, die Raumtemperatur mit unzähligen Wasserschalen zu bändigen – ein gut gemeinter Rat aus den Tiefen von Reddit – hat meine vier Wände lediglich in ein feuchtwarmes Tropenhaus verwandelt. Ich bin nicht allein. Unter Mieterinnen tauscht man Überlebensstrategien aus: UV-Sonnenschutzfolien, nicht kochen im Sommer, alle elektrischen Geräte ausschalten, kalte Duschen im Fünf-Minuten-Takt. Aber die Wahrheit ist: Es hilft kaum.
Heuer könnte wieder der heißeste Sommer der Messgeschichte werden. Der Klimawandel sorgt dafür, dass wir hier in Österreich in den vergangenen Jahren dreimal so viele Hitzetage hatten wie noch zwischen 1960 und 1990. Die Tropennächte mit mehr als 20 Grad Lufttemperatur haben sich vervierfacht. Für viele Menschen, die sich keine Klimaanlage leisten können, ist ein normales Leben, Arbeiten oder Schlafen praktisch unmöglich. Bei mir in der Wohnung hat es teilweise wochenlang konstant 33 Grad. Ich habe mich also gefragt: Haben Mieter und Mieterinnen ein Recht auf Kühlung?
Mietzinsminderungen bei Kälte sind gängige Praxis. „Wenn es in der Wohnung zu kalt ist, dann sprechen die Gerichte Mietzinsminderung zu. Zum Beispiel ist das der Fall, wenn die Heizung ausfällt“, sagt Clemens Berger von der Arbeiterkammer. Er ist dort Referent für Wohnrecht in der Abteilung der Kommunalpolitik der AK Wien. „Dazu sagt die Rechtsprechung, dass ungefähr ab 18 oder 19 Grad in der Wohnung die Miete reduziert wird“, sagt Berger. Hintergrund dieser Rechtsprechung sei, dass die Gerichte von einer Mindesttemperatur ausgehen würden, die gegenüber Mietern und Mieterinnen in der Wohnung geschuldet wird.
Bei Hitze hingegen gibt es solche gesetzlich definierten Grenzwerte nicht. Dabei wird das zunehmend zum Problem. Das merken auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Arbeiterkammer. Sie würden „sehr viele” Beschwerden aufgrund von Hitze in der Wohnung erreichen, sagt Berger. Er erklärt den aktuellen Stand: „Zu überhitzten Wohnungen haben wir bisher überhaupt keine Rechtsprechung. Das liegt auch daran, dass nicht ganz klar ist, mit welcher Temperatur ich als Mieter höchstens in der Wohnung rechnen muss. Und daher gibt es mangels klarer Höchsttemperatur auch keine Grenze, ab der ich als Mieter Mietzinsminderung beanspruchen kann.“
Ich habe es letztes Jahr selbst probiert und habe meiner Hausverwaltung eine Mail geschrieben. Im Wesentlichen habe ich um eine Mietzinsminderung oder um Maßnahmen gegen die Hitze gebeten, die der Bauträger, also in meinem Fall die Sozialbau AG, übernehmen soll. Ich habe schnell eine Absage bekommen: „Ich kann das natürlich nachvollziehen, bitte jedoch um Verständnis, dass wir keine Änderungen diesbezüglich treffen können”, heißt es in der Mail. Auf eigene Kosten dürfe ich jedoch mit Erlaubnis der Sozialbau AG Markisen und Außenjalousien anbringen.
Ohne Gesetze ist es schwierig, sich gegen Vermieter und Vermieterinnen durchzusetzen. Ich habe mich gefragt: Werden kühle Wohnungen bei uns zum Luxusgut?
60 Prozent
der Personen, die in mehrgeschossigen Wohnungen wohnen, fühlen sich sehr stark oder eher stark von Hitze belastet.
40 Prozent
der Personen, die in Eigentum leben, fühlen sich von Hitze belastet.
Wer einen Blick auf Statistiken wirft, merkt schnell: Hitze betrifft uns zwar alle, aber nicht alle gleich. Eine Studie der Statistik Austria zeigt, dass sich bei mehrgeschossigen Gebäuden mit 20 oder mehr Wohnungen mehr als 60 Prozent der Personen sehr stark oder eher stark von Hitze belastet fühlen. Bei Eigentum geben 40 Prozent der Befragten an, unter der Hitze zu leiden. Die Hitzebelastung hängt sowohl mit der Anzahl der Wohnungen in einem Wohngebäude als auch von der Bevölkerungsdichte in einem Stadtteil ab. Auch das Einkommen spielt eine Rolle. Menschen mit niedrigen Einkommen sind durch Hitze mehr belastet als Menschen mit mittlerem und hohem Einkommen. Einkommensschwache Personen wohnen meistens in dicht bebauten Bezirken, in kleineren, unsanierten, schlecht isolierten Mietwohnungen. Sie können sich Klimaanlagen, Außenjalousien oder andere Maßnahmen oft nicht leisten. Eine interaktive Hitzekarte visualisiert, wie heiß es in Gemeinden in Österreich ist. Klickt man sich zum Beispiel durch Wien, merkt man schnell, dass es in Bezirken, wo viele Armutsgefährdete und Personen mit Migrationshintergrund leben, heißer ist als in anderen. Du kannst dich selbst mit der interaktiven Karte ausprobieren:
Laut Greenpeace empfinden sogar zwei Drittel der Österreicher und Österreicherinnen das Dasein in ihren Wohnungen als „heiß bis unerträglich“. Eine Erhebung von Volkshilfe, Boku Wien und Greenpeace aus dem Jahr 2025 ergibt, dass 244.000 von 350.000 Kindern und Jugendlichen in Wien in aufgeheizten Wohnräumen leben müssen. Besonders stark betroffen von Hitze sind hierbei Ältere, chronisch und/oder psychisch erkrankte Personen, Menschen mit Behinderung und Kleinkinder.
Ich selbst bin in einer privilegierten Lage. Ich bin jung und gesundheitlich fit. Doch ein Freund von mir spürt die Auswirkungen der Klimakrise unmittelbar in seinem Alltag. Ich treffe Deniz im Währinger Park. Deniz ist 28 Jahre alt und leidet, solange er sich erinnern kann an Schizophrenie. Das ist eine psychische Erkrankung, die unter anderem mit Symptomen wie Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, Störungen des Denkens, der Sprache und der Gefühlswelt verbunden ist. Hitze verstärkt diese Symptome. „Die Stimmen werden aggressiver. Ich kann durch die Halluzinationen nicht mehr durchblicken, weil ich den Bezug zur Realität verliere. Mein klarer Gedanke ist nicht mehr da“, sagt Deniz. Es sind nicht nur psychischen Folgen, die ihn belasten, sondern auch die körperlichen. „Mir hat alles wehgetan. Meine Nieren haben dauernd wehgetan. Ich bin auch schon mal kollabiert, weil ich die Hitze nicht mehr wahrgenommen habe. Also der ganze Körper regt sich auf, das Unterbewusstsein ist am Auszucken und du bist dann eigentlich in einem Klimakrieg mit dir selber“, sagt er.
Deniz hat noch vor ein paar Jahren in einer Gemeindewohnung im 10. Bezirk im 5. Stock bei seinen Großeltern gelebt. Das Stiegenhaus war verglast. Mit jedem Stock hat er gespürt, wie die Hitze immer mehr anstieg. Eines Tages steht er mit einem Messgerät in seinem Stiegenhaus. „Draußen hatte es 30 Grad, im Stiegenhaus waren es 40 Grad“, sagt Deniz.
Das Zuhause, der eigentliche Rückzugsort, wird zu seinem persönlichen Albtraum. Laut einem Artikel der Medizinischen Universität Wien nehmen aggressive Verhaltensweisen, Erschöpfungszustände und gedrückte Stimmungslagen zu. Auch die Suizidrate steigt um einen Prozentpunkt. Deniz merkt, wie die Hitze nicht nur ihn belastet, sondern auch seine Großeltern. „Ich habe mir öfters Sorgen, um meine Oma und meinen Opa gemacht. Jetzt, wo sie in Pension sind, können sie ausweichen. Aber, welche enormen Schäden für den Körper schon geschehen sind, kann man nicht mehr rückgängig machen“, sagt er.

Für Menschen wie Deniz wird das Leben unerträglich. Und er ist nur einer von vielen, die das betrifft. Er findet, dass die Klimamaßnahmen der Regierung grundsätzlich unzureichend sind und Menschen wie ihn nicht mitdenken. Für ihn spricht das Nicht-Handeln der Regierung Bände. „Sie achtet nicht auf ihre schwächsten Leute. Da verliere ich den Respekt zu einer Regierung, die wirklich kein Augenmerk auf die Schwächsten legt und von dort aus aufbaut“, sagt Deniz. Wenn er der Politik eine Note puncto Klimagerechtigkeit geben müsste, dann wäre es ein riesiger Minuspunkt. Diese existiere nämlich seiner Meinung nach überhaupt nicht. Als schizophrene Person passe er sich auch ständig an die Gesellschaft an. Er fragt sich: „Warum machen sie nicht einmal bei mir mit? Ich habe schon alles gegeben. Jetzt seid ihr mal am Zug, weil wir vernichten gerade alles“, sagt er. Alle würden schon seit Langem wissen, dass wir auf eine Klimakrise zusteuern und welche Auswirkungen sie haben wird. „Den Schaden, den ich durch die Hitze erlebt habe, nicht gesehen zu werden, würde ich am liebsten den Staat anzeigen wollen“, sagt Deniz.
Es gibt jemanden, der tatsächlich die österreichische Republik aus ähnlichen Gründen verklagt hat: Mex Müllner.
Müllner ist an einer temperaturabhängigen Form von Multipler Sklerose erkrankt. Für ihn ist die Hitze nicht nur lästig, sie ist körperlich einschränkend. Seine typischen MS-Symptome wie Lähmungserscheinungen oder Erschöpfung verschlechtern sich bei steigenden Temperaturen drastisch. Bei 25 Grad ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Ab 30 Grad kann er diesen nicht mehr eigenständig anschieben. Dadurch wird seine Freiheit eingeschränkt. Müllner argumentiert: Österreich setzt zu wenig Maßnahmen gegen die Erderwärmung. Auch eine neue Studie des Umweltbundesamts bestätigt das: Österreich verfehlt mit dem aktuellen Kurs die Klimaziele 2030 deutlich. Müllner klagt also die Republik an. Seit fünf Jahren wartet er auf ein Urteil vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Wann in Straßburg das Urteil fällt, ist noch offen.
Welche Maßnahmen die Regierung gegen die Überhitzung von Wohnungen setzt
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat im Juni 2025 einen nationalen Hitzeschutzplan für Österreich veröffentlicht. Es werden darin viele Folgen der Hitze auf Menschen beschrieben: Etwa, dass Krankenhausaufenthalte aufgrund von Hitzschlag oder Sonnenstich in überdurchschnittlich warmen Sommern um rund 27 Prozent ansteigen. 61.000 Todesfälle sind in 35 europäischen Ländern im Sommer 2022 auf Hitze zurückzuführen. Dabei stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Haupttodesursache bei Hitzewellen dar. In Österreich gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass mit rund 400 hitzebedingten Todesfälle pro Jahr zu rechnen sein werden. Auch wird erkannt, dass Menschen in Städten und Personen mit unzureichender thermischer Sanierung in Schlaf- und Wohnräumen besonders stark betroffen sind. Der Hitzeschutzplan soll ein Kernelement für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung darstellen.
Der Plan empfiehlt den Gemeinden unterschiedliche Maßnahmen: Bauliche Eingriffe sollen zum Beispiel ein wesentlicher Hebel sein, um die Exposition mittel- und langfristig zu reduzieren. Kurzfristig sollen lokale Initiativen wie zum Beispiel durch Nachbarschaftshilfen entwickelt werden und sich an den Bedürfnissen von besonders gefährdeten Gruppen orientieren. So soll es Einrichtungen geben, die kühle Aufenthaltszentren bereitstellen. Die Raumtemperatur soll zum Beispiel in Kindergärten oder anderen Einrichtungen konsequent kontrolliert werden. Durch vorgegebene Warnstufen kann man so die Gefahr, die von der Hitze ausgeht, besser einschätzen.
Welche und wie diese Maßnahmen umgesetzt werden, liegt in den Händen der Kommunalpolitik. Deswegen treffe ich Georg Prack, Klubobmann der Grünen Wien und Sprecher für Wohnen. Ich möchte wissen, ob die Verantwortung auch bei den Gebäudeeigentümern und -eigentümerinnen liegen wird, wenn Wohnungen zu heiß sind und diese dementsprechend für Sanierungen zuständig sind. „Aktuell gibt es keine solchen Vorschriften. Ich glaube, dass das schon kommen wird. Irgendwann wird es immer problematisch werden. Insgesamt wird man die Gebäudeeigentümer und -Eigentümerinnen in den nächsten Jahrzehnten zu mehr Handeln zwingen müssen. Allein schon wegen der Dekarbonisierung“, sagt Prack.

Die Dekarbonisierung wird in den nächsten Jahren eine entscheidende Maßnahme sein, um auch die Klimaziele zu erreichen. Das heißt: weg von fossiler Energie und hin zu erneuerbaren Energien. Das betrifft 80 Prozent der Wiener Gebäude. Das ist kostspielig. Auch im Gespräch mit Clemens Berger von der Arbeiterkammer ist die Dekarbonisierung ein zentraler Punkt. Hier muss ein System erschaffen werden, das klar regelt, wie diese Sanierungen finanziert werden. Es bleiben einige Fragen offen: Sind Gebäudeeigentümer und -eigentümerinnen dafür zuständig, diese Kosten zu übernehmen? Zahlen Mieter und Mieterinnen einen Anteil? Wesentlich ist auch, welches Gebäude wann aus dem Gas aussteigt. Warum das wichtig ist, erklärt Berger: „Nach den Berechnungen der Arbeiterkammer werden sich über die nächsten Jahre die Gaskosten vervielfachen, wenn der Netzrückbau nicht koordiniert erfolgt. Dabei ist der Hintergrund, dass, wenn zum Beispiel die Hälfte der Gaskundinnen an einem Leitungsstrang wegbricht, dann verdoppeln sich die Kosten für die verbleibenden Kunden, weil immer weniger Leute die gleiche Infrastruktur finanzieren müssen. Gesellschaftspolitisch ist das natürlich ein riesen Problem.“
Der Politiker Georg Prack verweist auf ein Modell in der Schweiz. Dort wird klar geregelt, wann welcher Stadtteil Gasnetze ausschaltet. „Wenn ich sehr klare Planbarkeit herstelle, dann wissen die Gebäudeeigentümer, was sie tun sollen“, sagt Prack. Dadurch, dass die Folgekosten der Klimakrise so groß sind, müsse man diese Entwicklungen mit Förderungen abdämpfen.
Förderungen für Dekarbonisierung gibt es bereits. Natürlich decken sie weit nicht die Kosten, die bei der Sanierung entstehen. Auch wird im Wiener Hitze-Aktionsplan festgehalten, dass es in Einzelfällen für Bezirke auch Förderungen für bauliche Maßnahmen gibt. Dach- und Fassadenbegrünungen von Privatgebäuden sowie die Montage eines außenliegenden Sonnenschutzes werden subventioniert. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch braucht es natürlich viel mehr Fördermittel, um Wohngebäude in Österreich klimafit zu gestalten. Jedenfalls könnte man bei der Dekarbonisierung auch gleich die Kühlung der Wohngebäude mitdenken, sagt Prack. Als positives Beispiel nennt Prack die Sozialbau AG, die in Wien aktuell rund 55.000 Miet- und Eigentumswohnungen verwaltet. In einem Pilotprojekt in der Großen Neugasse im 4. Bezirk in Wien wurden Schlitze an der Fassade gefräst und darin ein Netz an Wasserschläuchen verlegt. Im Sommer wird das Wasser im Schlauchsystem der Fassade mittels Wärmepumpe runtergekühlt. So werden die Wohnungen im Sommer bis zu fünf Grad kühler, im Winter kann der Heizaufwand um 20 bis 25 Prozent reduziert werden.

Im Neubau ist vieles einfacher: Die Dekarbonisierung oder das Kühlen der Wände sind dort meistens günstiger und der Denkmalschutz redet niemandem rein. Beim Wiener Altbau sieht das anders aus: Fassaden mit Ornamenten, Gesimsen und Karyatiden - also aufwendigen Skulpturen - stehen unter Denkmalschutz. Aus diesem Grund dürfen Mieterinnen und Mieter oft nicht einmal eine Klimaanlage auf eigene Kosten installieren. Überhaupt ist die Technik im Altbau eine riesige Hürde für den Klimaschutz. Oft scheitert der Umstieg auf andere Heizsysteme schlicht an der alten Bausubstanz. Das Kuriose ist: Während die Isolierung und der Klimaschutz durch Regeln und bauliche Einschränkungen erschwert werden, werden immer mehr Wohnungen in Dachböden ausgebaut. Und so eine Dachgeschosswohnung im Altbau verwandelt sich im Sommer schnell in eine Sauna.
Momentan scheint die Umstellung der Wohngebäude insgesamt eher schleppend voranzugehen. Auch im offiziellen Hitzeaktionsplan der Stadt Wien wird dem privaten Wohnraum auf 69 Seiten nur wenig Platz gewidmet. Es wird zwar das Problem erkannt, aber momentan eher verschoben und zwar in den öffentlichen Raum. Hier sollen “Coole Zonen”, also barrierefreie, kühle Innenräume für besonders gefährdete Personengruppen, bereitgestellt werden. Auch auf mehr Beschattung und Grünflächen soll gesetzt werden, was indirekt auch die Temperatur in den angrenzenden Wohnungen senken wird.
Für Menschen wie Deniz oder Mex Müllner sind diese Maßnahmen jedenfalls zu langsam. Durch Hitze wird ihre Lebensqualität und Freiheit massiv eingeschränkt. Deniz wohnt mittlerweile bei seiner Mutter - in einer schon wieder zu warmen Wohnung. Er würde gerne umziehen. „Mir fehlt das Geld dafür, dass ich eine gerechte Wohnung finde. Mir fehlt das Geld dazu, dass ich viel Zeit draußen verbringen kann“, sagt Deniz.
Eine kurzfristige, aber nicht nachhaltige Lösung für ihn wäre eine Klimaanlage. Doch auch das kann er sich nicht leisten. Für Menschen, die besonders gefährdet durch die Hitze in Wohnungen sind, sind kühle Innenräume eine Erleichterung, aber keine Dauerlösung. Deniz bereitet sich jetzt schon mental darauf vor, diesen Sommer den Bezug zur Realität zu verlieren. „Mein ganzer Bewusstseinszustand wird unterdrückt. Wie zum Fuck soll ich dann überhaupt noch für mich einstehen können, wenn mir das Recht des Denkens durch Inaktivitäten der Regierung genommen wird?“
JETZT Kooperation mit dem Institut für Medien, Politik & Theater
Diese Recherche ist in Kooperation mit dem Institut für Medien, Politik und Theater entstanden. Wir arbeiten gerade an einem neuen Stück namens MIETMARKT – eine Koproduktion mit TEATA.
Dafür recherchieren wir über ein Jahr zum aktuellen Wohnungsmarkt hier in Wien. Die Premiere findet im November 2026 statt. Wir sind mitten im Rechercheprozess und wollen von dir wissen: Wie läuft deine Wohnungssuche? Wie wohnst du aktuell? Schick uns deine Erfahrungen oder Infos, die wir zum Wiener Mietmarkt wissen sollten. Du kannst auch gerne kommentieren oder mir per Mail unter [email protected] schreiben. Ich freue mich auf den Austausch!
Audioproduktion und Mix: Wolfram Leitner
