Die Epstein-Files sollen jetzt veröffentlicht werden. Wie gefährlich ist die Affäre für Trump?
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Am Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump den „Epstein Files Transparency Act“ (EFTA) unterzeichnet, mit dem er das Justizministerium anweist, die Akten zur Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein freizugeben. Er hat sich lange dagegen gewehrt, aber es gab in den vergangenen Monaten immer stärkeren Druck einerseits aus der MAGA-Bewegung, andererseits aus der Republikanischen Partei. Das ist eine gewisse Trendwende: Bis zuletzt hat Trump den Ton in der Partei angegeben.
Die Kontroverse um die Epstein-Files ist ein gutes Beispiel für: „Die Geister, die ich rief.“ Trump hat vor seiner Wiederwahl die Epstein-Files zu einem seiner zentralen Themen im Wahlkampf gemacht – wer alles involviert sein soll, dass die ganze Sache vertuscht werden soll. Und er hat versprochen: Wenn ihr mich wählt, mache ich alles öffentlich. Aber dann wollte er nicht.
Donald Trump hat jahrelang versucht, sich von Epstein zu distanzieren, indem er gesagt hat: Er hatte ewig nichts mehr mit ihm zu tun vor seinem Tod, sie hätten sich zerstritten. Aber immer wieder sind Hinweise darauf aufgetaucht, dass sie zumindest irgendwann einmal eine recht vertraute Beziehung hatten. Und das hat natürlich die Frage aufgeworfen: Wie viel wusste Trump? Vergangene Woche hat die Demokratische Partei E-Mails aus Epsteins Nachlass veröffentlicht, in denen Epstein zum Beispiel sagt: „Natürlich wusste Trump über die Mädchen Bescheid, da er Ghislaine gebeten hat, aufzuhören.“
Dass Jeffrey Epstein minderjährigen Frauen sexualisierte Gewalt angetan hat, ist mittlerweile bekannt. Erstmals gab es schon 1996 und 1997 Vorwürfe und Anzeigen gegen ihn, aber da sind die Ermittlungen nicht weit gekommen. 2005 ist es dann aber erstmals ernster für Epstein geworden. Er wurde angeklagt, es gab ein Verfahren, aber er ist im Endeffekt sehr locker davongekommen – durch einen Deal mit der Justiz. 18 Monate Haft und er durfte bis zu zwölf Stunden am Tag aus dem Gefängnis raus. Schon nach 13 Monaten ist er wegen guter Führung wieder freigekommen.
2019 ist er wieder festgenommen und angeklagt worden. Und dieses Mal war das eine größere Nummer: Die Anklage lautete, dass er zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida vielen minderjährigen Frauen sexualisierte Gewalt angetan haben, sie zu Prostitution verleitet und einen Menschenhandel-Ring aufgebaut haben soll, um die Mädchen sexuell auszubeuten. Sprich: Er soll sie anderen Männern vermittelt haben, damit die sie ausbeuten konnten.
An der Oberfläche war Epstein nämlich Investmentbanker und Millionär. Bis heute ist ein großes Rätsel in Gesprächen um ihn immer wieder: Wie ist er eigentlich so reich geworden? Epstein hat sich immer in den Kreisen der Reichen, der Berühmten und Einflussreichen bewegt, also da sind ganz viele bekannte Namen aufgetaucht schon in Verbindung mit ihm – Bill Clinton, Bill Gates, Robert F. Kennedy Jr., Donald Trump, Kevin Spacey, der ehemalige Prince Andrew, Bruder von King Charles von Großbritannien. Wobei natürlich zu sagen ist: Nur, weil die mit Epstein in Kontakt waren, heißt das nicht, dass sie in strafrechtlich relevante Vorgänge verwickelt sind.
Ziemlich genau einen Monat nach seiner Festnahme ist Jeffrey Epstein gestorben. Alles deutet auf Suizid hin, aber auch zu seinem Tod gibt es Verschwörungserzählungen. Bis heute sind die Akten zu der ganzen Affäre Gegenstand von Spekulationen und ein Politikum.
Wie gefährlich ist die ganze Sache für Donald Trump? Darüber habe ich mit Rieke Havertz gesprochen. Sie ist internationale Korrespondentin bei der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT, war davor mehrere Jahre lang USA-Korrespondentin und nennt die USA ihr zweites Zuhause. Sie macht für die ZEIT zusammen mit ihrem Kollegen Klaus Brinkbäumer auch den Podcast “OK, America?”.
Korrekturhinweis: Im Beitrag muss korrekterweise "Robert F. Kennedy Jr." genannt werden. Wir bitten um Entschuldigung. Im Text wurde das um 17:10 Uhr ausgebessert.
Ob und inwieweit die Epstein-Affäre Trump geschadet hat, wird sich in den kommenden Monaten zeigen und dann vor allem im November 2026 bei den Midterms. Was meinst du, wie es für Donald Trump weitergeht? Und was erwartest du von den Epstein-Files?
Vielleicht willst du ja mehr darüber wissen, wie sich die USA in den vergangenen Jahren verändert haben und was dort gerade abgeht. Dann könnte dich das neue Buch von Rieke Havertz interessieren: „Goodbye Amerika?“ Im ZEIT-Podcast “OK, America?” gab es diese Woche auch eine ausführliche Folge zu den Epstein-Files und was das für Trump bedeutet.
Ich hoffe, du hattest eine gute Woche und hast jetzt ein entspanntes Wochenende vor dir. Danke wie immer sehr fürs Zuhören und auch die schönen Gespräche in den Beiträgen!
Einen schönen Nachmittag wünscht dir
Pia Miller-Aichholz