Neue PISA-Studie veröffentlicht. So schwach schneidet das österreichische Bildungssystem im internationalen Vergleich ab.
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Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 sind da und mit ihr viele teils ernüchternde Erkenntnisse zum Zustand des Bildungssystems in der Welt und in Österreich. Was die PISA-Studie verrät und wie man das österreichische Bildungssystem verbessern könnte.

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 sind da, und wie beim letzten Mal ist der Aufschrei groß, denn die österreichischen Jugendlichen haben noch schlechter abgeschnitten als vor drei Jahren. Jetzt liegen wir knapp hinter der Türkei, aber wenigstens noch ganz knapp vor Deutschland.
PISA, steht für Programm for International Student Accessment. Alle drei Jahre wird damit der Bildungsstand von Jugendlichen in 90 verschiedenen Ländern verglichen, dabei geht es um Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften und seit diesem Jahr auch zum so genannten "Lernen in der digitalen Welt". 760.000 Jugendliche wurden heuer getestet, in Österreich waren es 7000.
Welche Konsequenzen wir aus dem Ergebnis ziehen müssen und können, darüber spreche ich mit Prof. Dr. Veronika Wöhrer, sie forscht zu Bildung und Ungleichheit am Institut für Bildungswissenschaften der Uni Wien.

Jugendliche weltweit, auch aus Österreich, haben sich in den vergangenen PISA-Studien immer weiter verschlechtert. Auch dieses Jahr waren die Ergebnisse im Schnitt wieder schlechter als bei der letzten Studie 2022.
In Österreich war zwar ein leichter Aufwärtstrend bei den Naturwissenschaften zu beobachten. In Mathematik und beim Lesen haben sich die Jugendlichen aus Österreich im Vergleich zur PISA-Studie 2022 jedoch nochmals verschlechtert. Eine neue Kategorie, „Lernen in der digitalen Welt“, wurde zum ersten Mal abgefragt, weshalb es dafür noch keine Vergleichswerte gibt. Im Vergleich zu den anderen Ländern schnitt Österreich jedoch erfreulicherweise überdurchschnittlich gut ab.
Die Idee der PISA-Studie ist es, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern quer über den Globus zu vergleichen. Besonders positiv hat die Türkei abgeschnitten und Österreich damit überholt. Die Jugendlichen aus Deutschland erzielten ein etwas schwächeres Ergebnis als die Jugendlichen aus Österreich.
Es wird nicht nur die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler gemessen, sondern es werden auch Faktoren der Chancengleichheit untersucht. In Österreich zeigt sich, wie praktisch überall, dass Kinder und Jugendliche, deren Eltern einen hohen Bildungsabschluss haben, im Schnitt bessere Kompetenzen erreichen als Kinder, deren Eltern einen niedrigeren Bildungsabschluss haben.
Konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für das österreichische Schulsystem wären beispielsweise:
• Eine längere gemeinsame Schule: Die Trennung in Mittelschule und Gymnasium könnte erst nach sechs oder acht Jahren erfolgen.
• Den Übertritt von der Mittelschule in das Gymnasium oder in eine berufsbildende Schule erleichtern.
• Mehr Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter einsetzen, um die Schülerinnen und Schüler besser zu unterstützen.
• Einführung von Ganztagsschulen: In Österreich werden Lernen, Hausaufgaben und Wiederholen am Nachmittag teilweise in die Familie ausgelagert. Nicht alle Eltern können ihre Kinder dabei gleichermaßen gut unterstützen.
Große Reformen blieben in den vergangenen Jahren aus. Es gibt seit Jahren immer wieder konkrete Forderungen von Politikern, aber keine politische Einigung zwischen den regierenden Parteien. Außerdem sollten für große Veränderungen auch weitere Akteure wie Lehrergewerkschaften und Schulleitungen ins Boot geholt werden.
Was sollte sich deiner Meinung nach im österreichischen Bildungssystem tun?
Einen schönen Nachmittag wünscht dir
Johann Posch