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9. Februar 2026

Kulturkampf um Super-Bowl-Halbzeitshow: Bad Bunnys Auftritt war eine Liebeserklärung an alles, was Trump hasst.


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Foto: APA-Images / AP / Mark J. Terrill

In der Nacht von Sonntag auf Montag fand in den USA der 60. Super Bowl statt – das Endspiel der National Football League „NFL“. Die Seattle Seahawks besiegten die New England Patriots mit 29 zu 13 Punkten. Die sportliche Leistung der zwei Teams wurde allerdings von einer kulturellen Debatte überschattet: Der puerto-ricanische Künstler Bad Bunny bespielte die Halbzeitshow – und dieser stößt beim US-Präsidenten Donald Trump und seiner MAGA-Bewegung auf massive Ablehnung.

Der US-Komiker Tony Hinchcliffe hatte während einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump im Oktober 2024 das US-amerikanische Außenterritorium Puerto Rico als „floating isle of garbage“, also als „schwimmende Müllinsel“, bezeichnet. Die MAGA-Bewegung stört sich entsprechend daran, dass Bad Bunny seine puerto-ricanische Identität zu einem wichtigen Bestandteil seiner Marke macht. Vergangene Woche gewann Bad Bunny den Grammy für das beste Album des Jahres. In seiner Dankesrede sagte er: „Bevor ich Gott danke, sage ich: Raus mit ICE“, und weiter: „Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Aliens, wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.“

Die rechte Organisation „Turning Point USA“, die vom ermordeten rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk gegründet wurde, organisierte zeitgleich zur Halbzeitshow eine Gegenveranstaltung unter dem Namen „All American Super Bowl Show“. Dort trat unter anderem der Künstler Kid Rock auf.

Wie sich dieser Kulturkampf um die vermutlich größte Bühne der Welt deuten lässt, bespreche ich heute mit der Kulturjournalistin Verena Bogner. Sie schreibt für Medien wie Vogue, Glamour, FM4 und die WZ und veröffentlicht im April ihren Debütroman „I am cringe but I am free“.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch:

  • Bad Bunny ist ein spanischsprachiger Musiker – auch beim Super Bowl sang er auf Spanisch. Für US-Präsident Trump und seine MAGA-Bewegung war das eine Provokation. Vergangenes Jahr hatte Donald Trump Englisch per Dekret zur Amtssprache erklärt – und das, obwohl schätzungsweise über 40 Millionen Menschen in den USA Spanisch sprechen. Die gewaltsamen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE machen deutlich: In Trumps Amerika wird Herkunft zum Verbrechen. Die Kontroverse um Bad Bunnys Auftritt offenbart den tiefen Kulturkampf, der die USA spaltet.

  • Performerinnen und Performer tanzten zwischen Zuckerrohrfeldern und einem Nachbau von Toñita's, dem kultigen Latino-Club in New York. Strommasten, die Bad Bunny während seiner Performance erklomm, erinnerten an die häufigen Stromausfälle in Puerto Rico. In einem rührenden Moment überreichte er einem kleinen Jungen seine Grammy-Trophäe. Lady Gaga erschien für einen Gastauftritt. Die Show war eine Hommage an das pulsierende Leben auf Bad Bunnys Heimatinsel Puerto Rico – und an die Liebe selbst.

  • Im Vergleich zur Super-Bowl-Halbzeitshow fand die konservative Gegenveranstaltung „All American Halftime Show“ wenig Beachtung. Die Super-Bowl-Halbzeitshows der vergangenen Jahre sind zunehmend politischer geworden – ein Symptom der Grabenkämpfe, die im Trump-Amerika die öffentliche Debatte beherrschen.

  • Politische Stellungnahmen von Künstlerinnen und Künstlern entfalten eine große Wirkung. Bad Bunnys Super-Bowl-Auftritt brachte Millionen dazu, sich mit Themen wie der prekären Stromversorgung in Puerto Rico auseinanderzusetzen – Fragen, die sonst kaum mediale Aufmerksamkeit erhalten. Die politische Vorbildfunktion von Popstars ist also nicht zu unterschätzen.


Ich freue mich auf einen spannenden Austausch in den Kommentaren!

Einen schönen Nachmittag wünscht dir

Valentine Engel

B-Seite-Team