Alle Jahre wieder sprechen wir über die Asiatische Tigermücke. Warum eigentlich?
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die Asiatische Tigermücke ist Symbol für eine größere Herausforderung, die mit neu eingeschleppten Krankheitsüberträgern auf uns zukommt. Deshalb wird deren Ausbreitung beobachtet – unter anderem von der AGES.

Auch schlechte Presse ist gute Presse, könnte die Tigermücke gerade wieder behaupten. Mit der warmen Jahreszeit beginnt auch wieder die Stechmücken-Saison. Dass Gelsenstiche nerven, ist klar. Aber die Tigermücke steht symbolisch für ein anderes Problem: Es werden neue Insektenarten bei uns eingeschleppt und mitunter heimisch, die neue Krankheiten übertragen können. Die gute Nachricht: Die Forschung behält dise sogenannten Vektoren – in diesem Fall Parasiten, die Krankheiten von Wirt zu Wirt übertragen – im Blick, unter anderem die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Welche Arten da besonders spannend sind und was sie verändern, habe ich mit dem Biologen Georg Duscher besprochen. Er hat sich schon während seines Studiums viel mit Parasiten auseinandergesetzt, vor allem mit dem Fuchsbandwurm. Und irgendwann hat ihn dann das Interesse an Zecken gepackt – auch, weil es da noch einiges zu erforschen gibt.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch:
- In Österreich sind die relevantesten Vektoren bestimmte invasive Stechmücken und Zeckenarten. Bei den Stechmücken ist die wichtigste die Asiatische Tigermücke. Unter den Zecken ist die tropische Riesenzecke interessant. Anders als die Tigermücke hat sich diese noch nicht etabliert, aber sie wird immer wieder eingeschleppt und gesichtet.
- Wenn neue Vektoren bei uns heimisch werden, sind sie ein potenzielles Einfallstor für die Krankheiten, die in den Gegenden vorkommen, aus denen sie zu uns eingeschleppt wurden. Bestimmte Erreger sind oft besonders gut an bestimmte Überträger angepasst – in Co-Evolution. Noch gibt es Forschungsbedarf dazu, wie gut heimische Arten eingeschleppte Krankheitserreger dann übertragen können. Mit neuen Stechmücken- oder Zeckenarten ändert sich mitunter, wann wir uns gegen sie rüsten müssen. Die Tigermücke ist zum Beispiel auch untertags aktiv. Außerdem unterscheiden sich Vektoren auch darin, welche Wirte sie bevorzugen. Die Tigermücke gehört zu den sogenannten Brückenvektoren. Diese übertragen Erreger zwischen Wirtsspezies – etwa von Tieren zu Menschen –, was wiederum dazu führen kann, dass sich Krankheiten ausbreiten.
- Die Tipps dazu, wie man sich am besten gegen blutsaugende Parasiten schützt, bleiben im Grunde unverändert: Gegen Stechmücken helfen Netze oder insektenabweisende Sprays, gegen Zecken lange Kleidung und ebenfalls Sprays. Nachdem man in der Natur unterwegs war, sollte man sich am ganzen Körper untersuchen und Zecken, die man findet, entfernen. Außerdem sollte man sich in Österreich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen, um sich vor einer schweren Erkrankung zu schützen.
Wenn du der AGES Zecken zukommen lassen willst, die du gefunden hast, findest du alle Informationen dazu auf ihrer Website.
Vergangene Woche habe ich übrigens mit Florian Krammer darüber gesprochen, welche Krankheitserreger möglicherweise eine nächste Pandemie auslösen könnten. In unserem Gespräch ging es auch darum, warum Pandemien künftig häufiger vorkommen dürften. Einer der Gründe, die er genannt hat, sind Vektoren, die sich ausbreiten.
Morgen hörst du an dieser Stelle meine Kolleginnen Eva und Celeste mit einem Beitrag zu den Wiener Festwochen.
Einen schönen Nachmittag wünscht dir
Pia Miller-Aichholz