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30. Juli 2026

Häufigere Extremwetterereignisse und die Feuerwehr an vorderster Front. Wie sie sich dafür rüstet


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Waldbrände, Überflutungen, Murenabgänge – der menschengemachte Klimawandel stellt die Feuerwehr vor wachsende Herausforderungen.

Waldbrand im Départment Gironde in Frankreich: Über 200.000 Menschen mussten evakuiert werden. Mittlerweile ist das Feuer halbwegs unter Kontrolle, aber durch die steigenden Temperaturen bleibt die Situation angespannt. (Foto: APA-Images / AFP / ROMAIN PERROCHEAU)

Lange Trockenheit, niedrige Luftfeuchtigkeit, überdurchschnittliche Temperaturen und starker Wind – perfekte Voraussetzungen für verheerende Waldbrände, wie mir im April schon Waldbrandforscher Mortimer Müller von der BOKU erzählt hat. Genau diese Bedingungen begünstigen derzeit in Südeuropa wieder heftige Feuer. Schon vergangenes Jahr haben sich die Einsatzkräfte dort schwergetan, die Flammen in den Griff zu bekommen. Die Brände dieses Jahr brechen wieder Rekorde. Es ist jetzt auch erstmals in Europa eine sogenannte Feuerwolke beobachtet worden: Pyrocumulonimbus, eine Gewitterwolke, die bei extremen Bränden entsteht und das Feuer zusätzlich anfacht.

Ob Brände oder starke Unwetter – die Feuerwehr ist ganz vorn dabei. Wie bereitet sie sich darauf vor, dass Extremwetterereignisse zunehmen? Und rechnet sie damit, dass es in Zukunft auch in Österreich so verheerende Waldbrände gibt, wie wir sie aktuell in Südeuropa sehen?

Das frage ich Jörg Degenhart vom Landesfeuerwehrverband Tirol. Er ist seit seiner Jugend bei der Feuerwehr und war in seinen über 30 Jahren im Landesfeuerwehrverband lange als Ausbildner tätig. Jörg leitet beim Österreichischen Bundesfeuerwehrverband (ÖBFV) das Sachgebiet Vegetationsbrandbekämpfung und Flugdienst und ist stellvertretender Referatsleiter für Einsatz und Ausbildung. Außerdem vertritt er Österreich beim Internationalen Verband der Feuerwehren und Rettungsdienste (CTIF) in der Kommission Waldbrände und ist über den Verband gerade laufend mit den Einsatzkräften in den betroffenen Gebieten in Kontakt.

„Man hat in den letzten Jahren extrem viel geändert in Hinsicht auf die Vegetationsbrandbekämpfung – ausrüstungsmäßig und natürlich ausbildungsmäßig“, sagt Jörg Degenhart, Leiter des Sachgebiets Vegetationsbrandbekämpfung und Flugdienst beim Österreichischen Bundesfeuerwehrverband. (Foto: Landesfeuerwehrverband Tirol)

Die wichtigsten Aussagen aus dem Gespräch:

  • Auch in Österreich steigt die Gefahr für verheerende Waldbrände, aber die Gegebenheiten in Südeuropa sind noch einmal günstiger dafür.
  • Gegenüber anderen Ländern haben wir in Österreich den Vorteil, dass wir durch die Freiwillige Feuerwehr sehr viele Einsatzkräfte haben und damit auch eine gute Abdeckung. Die Freiwillige Feuerwehr hat derzeit zum Glück keine Rekrutierungsprobleme. Es kommen auch immer mehr Mädchen und Frauen dazu. Wird ein Feuer gemeldet, sind also bald örtliche Einsatzkräfte zur Stelle. Das ist besonders bei Waldbränden wichtig. Jedes Feuer fängt klein an, deshalb ist die Devise am Anfang „klotzen, nicht kleckern“, um das Feuer in den Griff zu bekommen. Die Hoffnung ist, dass diese Abdeckung dabei hilft, besonders gefährliche Feuer zu vermeiden.
  • Es ist schwer zu sagen, ob eher Brände oder Starkregenereignisse künftig zur größeren Herausforderung für die Feuerwehr werden. Um alles gut abdecken zu können, selbst, wenn einmal parallele oder größere Einsätze anfallen, vernetzen sich die Feuerwehrverbände der verschiedenen Bundesländer und stimmen sich bei Ausbildung sowie Ausrüstung ab. Ausbildung und Ausrüstung werden laufend angepasst – auch im Austausch mit Einsatzkräften in anderen Ländern.
  • Vegetationsbrände werden zu 80 Prozent vom Menschen verursacht. Deshalb müssen sie unbedingt mehr für das Thema sensibilisiert werden – auch für die hohen Folgekosten, die ein Waldbrand haben kann. Es gilt beispielsweise immer Feuerverbot im Wald, nicht nur bei erhöhter Waldbrandgefahr. Wer in der Nähe von dichterer Vegetation wohnt, sollte auch darauf achten, brennbares Material so weit wie möglich weg vom Gebäude zu halten. Wer es sich leisten kann, investiert in Ländern wie Griechenland, Frankreich und Spanien auch in Wasserreservoirs, die im Falle eines Brandes die Umgebung tränken können, um das Feuer vom Haus fernzuhalten. In Österreich sind solche Maßnahmen noch nicht angekommen – auch, weil bisher nichts passiert ist.

Hoffen wir, dass es in Österreich nie zu solch heftigen Waldbränden kommt. Das ist auch etwas, bei dem wir nicht nur hoffen können, sondern alle aktiv mitarbeiten müssen, indem wir, wie Jörg im Interview gesagt hat, umsichtig sind und uns entsprechend Verhalten. Das Land- und Forstwirtschaftsministerium hat Empfehlungen formuliert – auch dafür, was man tun soll, wenn man einen Vegetationsbrand entdeckt.


Falls du selbst bei der Feuerwehr bist oder jemanden dort kennst, freue ich mich sehr, von Erfahrungen zu lesen.

Einen schönen Nachmittag wünscht dir

Pia Miller-Aichholz

B-Seite-Team